Antiblockiersystem (ABS) - Beschreibung
2 Das System besteht aus vier Hauptbauteilen: zwei Modulatoren, einer für jeden Bremskreis, und zwei Bremskraftverteilern an der Hinterachse, ebenfalls einer für jeden Bremskreis. Abgesehen von den zusätzlichen Hydraulikleitungen entspricht der übrige Bremsanlagenaufbau dem der konventionellen Modelle (siehe Abbildung).

19.2 Hydraulikleitungsverlauf und Anordnung der Bauteile des Antiblockiersystems 3 Die Modulatoren befinden sich im Motorraum, je einer auf jeder Seite des Getriebes, direkt über den inneren Gleichlaufgelenken der Antriebswellen. Jeder Modulator enthält eine Welle, die über eine Kugel-Rampen-Kupplung ein Schwungrad betätigt. Ein Gummizahnriemen treibt die Modulatorwelle vom inneren Gleichlaufgelenk der Antriebswelle an. 4 Während der Fahrt und beim normalen Bremsen drehen sich Modulatorwelle und Schwungrad durch den Eingriff der Kugel-Rampen-Kupplung gemeinsam und mit gleicher Drehzahl. In diesem Zustand gelangt der Hydraulikdruck vom Hauptbremszylinder über die Modulatoren auf die gewohnte Weise zu jeder Bremse. Blockiert ein Vorderrad, dreht sich die Modulatorwelle langsamer als das Schwungrad, und das Schwungrad läuft über die Kugel-Rampen-Kupplung hinaus. Dadurch gleitet das Schwungrad auf der Modulatorwelle, bewegt sich nach innen und betätigt einen Hebel, der wiederum ein Auslassventil öffnet. Der Hydraulikdruck zur blockierenden Bremse wird über einen Entlastungskolben abgebaut, sodass sich das Rad wieder drehen kann. Die über das Auslassventil abfließende Flüssigkeit gelangt über die Rücklaufleitungen der Modulatoren in den Vorratsbehälter des Hauptbremszylinders zurück. Gleichzeitig drückt der Hydraulikdruck des Hauptbremszylinders einen Pumpenkolben gegen einen Exzenternocken auf der Modulatorwelle. Das Schwungrad wird dann über die Reibkupplung des Schwungrads kontrolliert abgebremst. Sobald Modulatorwelle und Schwungrad wieder gleiche Drehzahl haben, schließt das Auslassventil und der Zyklus beginnt von neuem. Dieser vollständige Vorgang wiederholt sich mehrmals pro Sekunde, bis das Fahrzeug anhält oder die Bremse gelöst wird. 5 Die Bremskraftverteiler sind am hinteren Querträger montiert und über ein Gestänge mit jedem hinteren Radaufhängungslenker verbunden. Die Ventile regeln den Hydraulikdruck zu den Hinterradbremsen abhängig von Fahrzeugbeladung und Fahrzeuglage so, dass die Bremskraft an den Vorderradbremsen stets größer ist als an den Hinterradbremsen.
6 Am Abdeckgehäuse jedes Modulator-Antriebsriemens ist ein Keilriemenbruch-Warnschalter angebracht. Der Schalter enthält einen Hebel, der ständig am Antriebsriemen anliegt. Reißt der Riemen oder ist er zu locker eingestellt, bewegt sich der Hebel nach außen, schließt die Schaltkontakte und zeigt dem Fahrer über eine Warnleuchte im Instrumententafel an, dass ein Problem vorliegt.
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