Routinemäßige Wartung und Service

Prüfung des Zündzeitpunkts – Modelle mit Unterbrecherverteiler (alle 10.000 km oder 6 Monate)

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Hinweis: Bei modernen Zündanlagen ist die einzig geeignete Methode zur genauen Einstellung des Zündzeitpunkts eine Stroboskoplampe. Für die erste Grundeinstellung (also nach einer Motorinstandsetzung oder wenn der Zündzeitpunkt anderweitig völlig verloren gegangen ist) kann jedoch eine grundlegende statische Einstellung verwendet werden, um den Motor zu starten. Sobald der Motor läuft, ist der Zündzeitpunkt mit der Zündlichtpistole genau einzustellen. Vor allen folgenden Arbeiten sicherstellen, dass die Unterbrecherkontakte gemäß Abschnitt 13 korrekt eingestellt sind. 1 Damit der Motor effizient arbeitet, muss an der Zündkerze ein Funke überspringen, der das Kraftstoff-Luft-Gemisch genau in dem Moment entzündet, in dem der Kolben im Verdichtungstakt kurz vor dem oberen Totpunkt steht. Der genaue Zeitpunkt des Funkens wird durch den Zündzeitpunkt bestimmt, der in Grad vor oberem Totpunkt (v. OT) angegeben wird. 2 Wird der Zündzeitpunkt als Wartungs- oder Serviceverfahren geprüft, ab Absatz 11 fortfahren. Wurde der Verteiler zerlegt oder ersetzt oder seine Position am Motor verändert, ist eine statische Grundeinstellung wie folgt vorzunehmen. Statische Einstellung
3 Zündkabel abziehen und Zündkerze Nr. 1 (am nächsten zur Kurbelwellenriemenscheibe) ausbauen. 4 Den Finger auf die Zündkerzenbohrung legen und die Kurbelwelle in normaler Drehrichtung drehen (im Uhrzeigersinn, von der Seite der Kurbelwellenriemenscheibe aus gesehen), bis in Zylinder Nr. 1 Druck zu spüren ist. Dies zeigt an, dass der Kolben seinen Verdichtungstakt beginnt. Die Kurbelwelle kann mit einem Schlüssel am Riemenscheibenbolzen gedreht werden. 5 Die Kurbelwelle weiterdrehen, bis die Kerbe der Riemenscheibe mit der entsprechenden Markierung der Zeigerskala des jeweiligen Motors übereinstimmt (siehe Technische Daten).

Bei OHV-Motoren ist die Zündskala in den Steuergehäusedeckel gegossen und befindet sich knapp oberhalb und rechts von der Riemenscheibe. Bei CVH-Motoren ist die Skala in den Zahnriemenschutz eingeformt und befindet sich direkt oberhalb der Riemenscheibe. Bei allen Motoren kennzeichnet die Markierung „O“ auf der Skala den oberen Totpunkt (OT). Die erhabenen Vorsprünge links vom OT sind in Schritten von 4° vor OT gestaffelt (siehe Abbildungen).

14.5a Timing mark identification - OHV engines
14.5a Erkennung der Zündmarkierungen – OHV-Motoren

A Kerbe an der Kurbelwellenriemenscheibe B In den Steuergehäusedeckel gegossene Zündskala

14.5b Crankshaft pulley notch (arrowed) and timing scale - CVH engine
14.5b Kerbe der Kurbelwellenriemenscheibe (Pfeil) und Zeigerskala – CVH-Motor 6 Verteilerkappe abnehmen und prüfen, ob der Verteilerfinger zum Segment der Zündkabelbuchse Nr. 1 im Deckel zeigt.

7 Die Klemmschraube des Verteilers (OHV-Motoren) bzw. die drei Flanschbefestigungsschrauben des Verteilers (CVH-Motoren) lösen (siehe Abbildung).

14.7 Distributor clamp pinch-bolt location (arrowed) - OHV engines
14.7 Position der Klemmschraube (Pfeil) der Verteilerklemme – OHV-Motoren 8 Den Verteilergehäuse leicht gegen den Uhrzeigersinn drehen, bis die Unterbrecherkontakte geschlossen sind. Dann das Verteilergehäuse langsam im Uhrzeigersinn drehen, bis die Unterbrecherkontakte gerade öffnen. Das Verteilergehäuse in dieser Position halten und je nach Ausführung die Klemmschraube oder die Flanschbefestigungsschrauben festziehen. 9 Verteilerkappe, Zündkerze 1 und Zündkabel wieder montieren. 10 Jetzt sollte es möglich sein, den Motor zu starten und laufen zu lassen, sodass die Zündeinstellung mit einer Zündlichtpistole wie folgt genau überprüft werden kann. Einstellung mit Stroboskop
11 Die Angabe in den technischen Daten für die Zündeinstellung des betreffenden Motors heraussuchen und die entsprechende Markierung auf der Skala sowie die Kerbe in der Riemenscheibe mit einem Tupfer weißer Farbe markieren (siehe Absatz 5). 12 Die Zündlichtpistole gemäß den Herstellerangaben am Motor anschließen (normalerweise zwischen Zündkerze 1 und Zündkabel). 13 Den Unterdruckschlauch an der Unterdruckdose des Verteilers abziehen und den Schlauch verschließen. 14 Den Motor starten und im Leerlauf laufen lassen. 15 Die Zündlichtpistole auf die Zündmarkierungen richten. Diese sollten stillstehend erscheinen, wobei die Kerbe der Kurbelwellenriemenscheibe mit der entsprechenden Kerbe der Skala fluchtet. 16 Falls eine Einstellung notwendig ist (d. h. die Markierungen fluchten nicht), die Klemmschraube oder die Flanschbefestigungsschrauben des Verteilers je nach Ausführung lösen und das Verteilergehäuse entsprechend drehen, bis die Markierungen fluchten. Klemmschraube bzw. Flanschschrauben festziehen, sobald die Einstellung stimmt. 17 Mit der Zündlichtpistole lässt sich außerdem prüfen, ob die Fliehkraft- und die Unterdruckverstellung des Verteilers funktionieren. 18 Die Prüfungen sind natürlich nicht so genau wie mit hochwertigen Messgeräten, geben aber zumindest Aufschluss über die Funktionsfähigkeit des Bauteils. 19 Bei laufendem Leerlauf, angeschlossener Zündlichtpistole und abgezogenem, verschlossenem Unterdruckschlauch wie in den vorangegangenen Absätzen beschrieben die Motordrehzahl auf 2000 U/min erhöhen und den ungefähren Abstand notieren, um den sich die Markierung an der Riemenscheibe gegenüber der Skala verschiebt. 20 Den Unterdruckschlauch wieder am Verteiler anschließen und die Prüfung bei gleicher Drehzahlerhöhung wiederholen. Die Abweichung der Zündmarkierungen sollte dabei größer sein als zuvor. 21 Bewegten sich die Zündmarkierungen bei der ersten Prüfung nicht, deutet dies auf einen Fehler im Fliehkraft-Verstellmechanismus des Verteilers hin. Keine größere Bewegung der Markierungen bei der zweiten Prüfung weist auf eine defekte Membran in der Unterdruckdose oder auf eine undichte Unterdruckleitung hin.

22 Nach Abschluss der Einstellungen und Prüfungen den Motor abstellen und die Zündlichtpistole abklemmen.

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