Einbau der Kolben-Pleuel-Baugruppe

Anordnung der Kolbenringstöße für Motoren 1.3 L 1. Oberer Verdichtungsring (Nummer 1)
2. Expander des Ölabstreifrings
3. Zur Motorvorderseite
4. Untere Scheibe des Ölabstreifrings
5. Unterer Verdichtungsring
6. Obere Scheibe des Ölabstreifrings

Anordnung der Kolbenringstöße für Motoren 1,6 und 1.8 L 1. Verdichtungsring Nummer 1
2. Ausrichtungsmarkierung des Kolbens
3. Untere Scheibe des Ölabstreifrings
4. Verdichtungsring Nummer 2
5. Expander des Ölabstreifrings
6. Obere Scheibe des Ölabstreifrings
Vor dem Einbau der Kolben mit Pleueln muss die Zylinderwand absolut sauber sein, die Zylinderkanten müssen entgratet und die Kurbelwelle im Zylinderblock eingebaut sein.
VORGEHENSWEISE
1. Den Pleuellagerdeckel des ersten Zylinders abnehmen (anhand der beim Zerlegen angebrachten Markierungen ausrichten). Die alten Pleuellagerschalen entfernen und die Auflageflächen der Lagerschalen im Pleuelschaft und im Lagerdeckel mit einem fusselfreien sauberen Tuch abwischen. Diese Flächen müssen stets absolut sauber sein.

2. Die Rückseite der oberen Pleuellagerschale abwischen und in das Pleuel einlegen. Sicherstellen, dass die Nase der Lagerschale in die Aussparung des Pleuels greift und die Schmierbohrungen übereinstimmen.
3. Beim Einsetzen der Lagerschale darf kein Hammer verwendet werden; äußerste Vorsicht ist geboten, um die Lauffläche der Lagerschale nicht zu beschädigen. In diesem Schritt ist keine Schmierung der Lagerschale erforderlich.
4. Die Rückseite der unteren Lagerschale abwischen und in den Pleuellagerdeckel einlegen. Erneut sicherstellen, dass die Nase der Lagerschale mit der Aussparung im Pleuellagerdeckel übereinstimmt; die Lagerschale nicht einölen. Sehr wichtig ist, dass die zusammengehenden Flächen von Lagerschale und Pleuel während der Montage absolut sauber und frei von Ölspuren sind.
5. Die Kolbenringstöße gemäß Abb. Anordnung der Kolbenringstöße für Motoren 1.3 L und Abb. Anordnung der Kolbenringstöße für Motoren 1,6 und 1.8 L ausrichten.
6. Stücke von Gummischläuchen auf die Schrauben der Pleuellagerdeckel stecken, um die Zylinderlauffläche vor Beschädigung zu schützen.
7. Die Kolben und Ringe mit sauberem Motoröl einölen und die Kolbenringspannzange auf den Kolben setzen. Die Länge des aus dem Werkzeug herausragenden Kolbenhemds muss etwa 6,0 mm betragen, damit der Kolben richtig in den Zylinder einläuft. Die Ringe müssen bündig mit der Kolbenoberfläche abschließen.
8. Die Kurbelwelle bis zum unteren Totpunkt des ersten Zylinders drehen und die Zylinderwände mit Motoröl einölen.

9. Den Kolben mit Pleuel so drehen, dass die Markierungen (1) am Pleuel und (2) am Kolbenboden zur Motorvorderseite zeigen. Den Kolben mit Pleuel vorsichtig in den ersten Zylinder einführen, bis die Kolbenringspannzange am Zylinderblock anliegt.
10. Den oberen Rand der Spannzange leicht anschlagen, damit sie gleichmäßig über den gesamten Umfang am Zylinderblock anliegt.

11. Vorsichtig mit dem Holzgriff eines Hammers auf den Kolbenboden klopfen und dabei das Pleuel auf den entsprechenden Kurbelwellenzapfen führen. Die Kolbenringe können unmittelbar vor dem Eintritt in den Zylinder aus dem Ringspanner herausspringen, daher muss der Ringspanner stets am Zylinderblock anliegen.
12. Diesen Vorgang vorsichtig ausführen. Beim geringsten Widerstand beim Eintritt in den Zylinder das Einschieben des Kolbens sofort abbrechen. Ursache des Klemmens des Kolbens ermitteln und beseitigen, danach das Einsetzen des Kolbens in den Zylinder fortsetzen.
* Beim Einsetzen des Kolbens in den Zylinder darf unabhängig von der Ursache des Widerstands keine Gewalt angewendet werden. Andernfalls können die Kolbenringe oder der Kolben brechen.
13. Nach dem Einsetzen des Kolbens in den Zylinder das Lagerspiel zwischen Pleuellager und Kurbelwellenzapfen messen und erst danach den Pleuellagerdeckel endgültig montieren.
Prüfung des Lagerspiels der Pleuellager

14. Ein Stück Kunststoff-Messlehre (Plastigage) vorbereiten, dessen Länge etwas kleiner als die Breite des Pleuellagers ist, und parallel zur Kurbelwellenachse auf den Pleuelzapfen (Pfeil) des ersten Zylinders legen.
15. Die Anlagefläche des Pleuellagerdeckels, die an der Lagerschale anliegt, reinigen, Schutzschläuche von den Deckelschrauben abnehmen und den Deckel montieren. Sicherstellen, dass die Markierungen zur Zuordnung auf Deckel und Pleuel auf derselben Seite liegen. Sicherstellen, dass die vordere Markierung am Deckel zum Zahnriemen zeigt.

16. Die Anlageflächen der Muttern leicht einölen, Muttern aufschrauben und mit dem vorgegebenen Drehmoment anziehen. Muttern mit einer Steckschlüsseleinsatz-Nuss passenden Außendurchmessers anziehen, um eine falsche Drehmomentanzeige zu vermeiden, falls die Nuss am Pleuellagerdeckel anstößt.
17. Falls die Nuss am Deckel anstößt, die Nuss anheben, sodass sie sich frei drehen kann. Die Kurbelwelle darf beim Anziehen der Muttern nicht gedreht werden.
* Bei Motoren 1,6 und 1.8 L die Muttern nach dem Anziehen um 90° weiterdrehen.
18. Muttern lösen und Deckel vorsichtig abnehmen, dabei die Kunststoff-Messlehre nicht beschädigen.

19. Die Breite der zerdrückten Messlehre mit der Skala auf der Verpackung vergleichen und das Lagerspiel ermitteln (Skala in Millimetern und Zoll). Den ermittelten Wert mit dem Sollwert vergleichen.
20. Falls das Spiel nicht dem Sollwert entspricht, kann die Ursache eine falsche Auswahl der Pleuellager sein (in diesem Fall Lagerschalen passend auswählen). Vor der Entscheidung, die Lagerschalen zu ersetzen, sicherstellen, dass beim Messen des Spiels keine Verschmutzungen oder kein Öl zwischen den Lagern und den Flächen von Pleuel und Pleueldeckel vorhanden waren. Außerdem den Durchmesser der Pleuelzapfen prüfen. Unterscheidet sich die Breite der zerdrückten Messlehre an den Enden stark, ist der Hauptlagerzapfen der Kurbelwelle konisch (siehe Unterabschnitt 3.1.2.13).
Endgültige Montage der Pleuel
21. Rückstände der Messlehre vorsichtig von den Pleuelzapfen der Kurbelwelle und/oder von den Oberflächen der Pleuellagerschalen entfernen. Die Oberflächen der Pleuellagerschalen nicht beschädigen, Rückstände mit dem Zeigefinger oder einer Kunststoffkante abstreifen.
22. Sicherstellen, dass die Arbeitsflächen der Pleuellagerschalen vollständig sauber sind, und eine dünne, gleichmäßige Schicht Montagepaste mit Molybdändisulfid oder Motorassemblieröl auf die Lagerschalen auftragen. Um die Oberfläche der oberen Pleuellagerschale zugänglich zu machen, muss der Kolben in den Zylinder geschoben werden, nachdem Schutzschläuche auf die Deckelschrauben gesteckt wurden.
23. Pleuel an den Kurbelwellenzapfen ziehen, Schutzschläuche von den Deckelschrauben abnehmen, Deckel montieren und Muttern mit dem in Unterabschnitt 3.1.2.1 angegebenen Drehmoment anziehen.
24. Das beschriebene Verfahren für die Kolben und Pleuel der übrigen Zylinder wiederholen. Während der Montage auf Sauberkeit der Passflächen des Pleuels und der Außenflächen der Pleuellagerschalen achten. Sicherstellen, dass jeder Kolben mit Pleuel dem jeweiligen Zylinder zugeordnet ist. Beim Einsetzen des Kolbens in den Zylinder muss die Vertiefung oder der Pfeil zur Vorderseite des Motors zeigen. Zylinder mit frischem Öl schmieren. Nach der Spielmessung die Arbeitsflächen der Pleuellager schmieren.
25. Nach der endgültigen Montage der Kolben mit Pleueln die Leichtgängigkeit der Kurbelwelle prüfen, indem sie von Hand um mehrere Umdrehungen gedreht wird.
26. Im letzten Montageschritt das Seitenspiel des Pleuels prüfen. Das Prüfverfahren ist in Unterabschnitt 3.1.2.9 beschrieben.
27. Den Wert des Seitenspiels mit dem in Unterabschnitt 3.1.2.1 angegebenen Wert vergleichen.
Falls das Seitenspiel vor der Demontage des Motors dem Sollwert entsprach und bei der Reparatur die alte Kurbelwelle und die alten Pleuel wieder eingebaut wurden, muss das Seitenspiel nach der Reparatur ebenfalls im Sollbereich liegen. Wurden neue Pleuel und eine neue Kurbelwelle eingebaut, kann das Spiel vom Sollwert abweichen. In diesem Fall die Pleuel ausbauen und in einer Fachwerkstatt nachschleifen lassen.
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