Flüssigkeitsstände prüfen
* Nachfolgend werden die Verfahren zur Prüfung der Flüssigkeitsstände beschrieben, die alle 400 km oder wöchentlich durchzuführen sind. Beschreibungen weiterer Flüssigkeitsstandsprüfungen finden Sie in den nachfolgenden Abschnitten zu den jeweiligen Wartungsarbeiten. Unabhängig von den planmäßigen Prüfintervallen darf keine Flüssigkeit unter das Fahrzeug tropfen; solche Undichtigkeiten deuten auf einen Defekt hin, der sofort zu beheben ist.
Flüssigkeiten sind ein wesentlicher Bestandteil der Schmier-, Kühl-, Brems- und Scheibenwaschanlage. Da sich Flüssigkeiten im normalen Fahrbetrieb allmählich verbrauchen und/oder verunreinigen, sind sie regelmäßig zu wechseln. Lesen Sie den Abschnitt „Typen und Füllmengen von Schmierstoffen und Flüssigkeiten“ in den Technischen Daten, bevor Sie Flüssigkeit in eines der genannten Bauteile nachfüllen.
* Bei jeder Prüfung des Flüssigkeitsstands muss das Fahrzeug auf ebenem Untergrund stehen.

Viskositätstabelle für Motoröle
1 — Fahrzeuge mit Dieselmotor: BMW 525 tds
2 — Fahrzeuge mit Ottomotor: BMW 520i, 528i, 535i, 540i
3 — Fahrzeuge mit Diesel- oder Ottomotor: spezielle BMW Motoröle
Sichtprüfung auf Ölundichtigkeiten
Bei verschmutztem Motor und erhöhtem Ölverbrauch die möglichen Austrittsstellen für Öl prüfen.
PRÜFUNG
a) Öleinfüllverschluss öffnen und die Dichtung prüfen.
b) Kurbelgehäuseentlüftung: z. B. Entlüftungsschläuche vom Kurbelgehäuse zum Nockenwellengehäuse und vom Nockenwellengehäuse zum Ansaugsammler.
c) Dichtung der Zylinderkopfhaube.
d) Zylinderkopfdichtung.
e) Ölfilterdichtung: Ölfilter im Bereich des Flansches.
f) Dichtring der Ablassschraube.
g) Öldruckschalter.
h) Dichtung der Ölwanne.
i) Vordere und hintere Wellendichtringe von Nockenwelle und Kurbelwelle.
Bei Undichtigkeit verteilt sich das Öl in der Regel über eine große Fläche des Motors, wodurch die Austrittsstelle schwer zu finden ist. Die Suche nach der Undichtigkeit ist wie folgt durchzuführen:
ARBEITSABLAUF
1. Motor reinigen. Motor mit Motorreiniger besprühen und nach kurzer Einwirkzeit mit Wasser abspülen. Die Lichtmaschine vorher mit Kunststofffolie abdecken.
2. Fugen und Dichtungen am Motor mit Kreide oder Talkumpuder bestäuben.
3. Ölstand prüfen. Gegebenenfalls Öl nachfüllen.
4. Mit dem Fahrzeug fahren. Dabei erwärmt sich das Öl und wird dünnflüssiger. Dazu etwa 30 km mit ausreichend hoher Geschwindigkeit fahren.
5. Anschließend das Fahrzeug anhalten und den Motor mit einer Leuchte absuchen. Festgestellte Undichtigkeiten beseitigen.
Motorölstand prüfen

Ölmessstab

Öleinfüllverschluss
befindet sich am Zylinderkopfdeckel – vor dem Öffnen stets sicherstellen, dass die Fläche um den Einfüllstutzen sauber ist
Der Motorölstand ist alle 1000 km zu prüfen. Gegebenenfalls Öl nachfüllen.
Der Ölverbrauch darf 1 L je 1000 km nicht überschreiten. Ein höherer Verbrauch deutet auf Verschleiß der Ventilschaftdichtungen hin.
ARBEITSABLAUF PRÜFUNG ENTFERNUNG EINBAU
1. Zur Ölstandsprüfung muss das Fahrzeug auf ebener, waagerechter Fläche stehen.
2. Nach dem Abstellen des Motors mindestens 3 Minuten warten, damit das Öl in die Ölwanne zurücklaufen kann.
3. Ölmessstab herausziehen und mit einem sauberen Tuch abwischen.

4. Ölmessstab bis zum Anschlag einführen und wieder herausziehen. Der Ölstand muss zwischen den beiden Markierungen liegen, vorzugsweise auf oder nahe der oberen. Andernfalls bis zur oberen Markierung nachfüllen.
5. Zum Anheben des Ölstands von der unteren bis zur oberen Markierung am Messstab ist ein Liter Öl erforderlich. Der Ölstand darf nicht unter die untere Markierung fallen, da Ölmangel zu Motorschäden führen kann. Umgekehrt kann eine Überfüllung (Öl über die obere Markierung hinaus) zum Verölen der Zündkerzen, zu Ölaustritt oder zum Ausfall der Dichtungen führen.
6. Öl über den Einfüllstutzen am Zylinderkopfdeckel einfüllen. Darauf achten, dass Öl der richtigen Sorte eingefüllt wird. Siehe Technische Daten.
Die Ölstandsprüfung ist eine wichtige vorbeugende Maßnahme. Ein ständiger Ölverlust deutet entweder auf Austritt durch undichte Dichtungen oder lockere Verbindungen hin oder auf Ölverbrauch durch Verbrennung (innere Verluste über verschlissene Kolbenringe oder Ventilführungen). Außerdem ist der Zustand des Öls zu beachten. Wenn das Öl milchig aussieht oder Wassertropfen enthält, deutet dies auf eine mögliche Undichtigkeit der Zylinderkopfdichtung oder einen Riss im Zylinderkopf oder Motorblock hin. In diesem Fall ist der Motor sofort instand zu setzen. Bei jeder Ölstandsprüfung den Messstab vor dem Abwischen zwischen Daumen und Zeigefinger hindurchziehen. Werden anhaftende Schmutz- oder Metallpartikel festgestellt, ist das Öl zu wechseln (siehe Abschnitt Motoröl- und Ölfilterwechsel).
* Das Öl nicht über die obere Markierung hinaus einfüllen. Dies erhöht den Ölverbrauch und kann Schäden am Motor und am Katalysator verursachen.

Bei den Modellen 520i, 523i, 528i ist der Ausgleichsbehälter (Kühlmittelbehälter) am Kühler befestigt. Sicherstellen, dass der Kühlmittelstand auf oder nahe der Markierung „MAX“ liegt.

Bei den Modellen 525tds befindet sich der Ausgleichsbehälter (Kühlmittelbehälter) seitlich im Motorraum. Deckel abnehmen und Kühlmittel nachfüllen.
Motorkühlmittel
* Kühlmittel nicht auf die Haut oder auf lackierte Flächen des Fahrzeugs gelangen lassen. Falls dies doch geschieht, Kühlmittel sofort mit reichlich Wasser abspülen. Frostschutzmittel ist bei Einnahme sehr giftig. Frostschutzmittel niemals unbeaufsichtigt in offenen Behältern stehen lassen oder auf dem Boden verschütten; der süßliche Geruch kann Kinder oder Tiere anlocken, die es trinken könnten. Die Entsorgung von gebrauchtem Frostschutzmittel mit den örtlichen Behörden abstimmen.
Alle in diesem Handbuch beschriebenen Fahrzeuge sind mit einem druckbeaufschlagten Kühlsystem mit Ausgleichsbehälter ausgestattet. Der Ausgleichsbehälter befindet sich im Motorraum und ist über einen Schlauch mit dem Kühler verbunden. Mit zunehmender Motortemperatur dehnt sich das Kühlmittel aus und fließt in den Behälter. Beim Abkühlen des Motors fließt das Kühlmittel automatisch zurück in das Kühlsystem, sodass der Füllstand konstant bleibt.
Der Kühlmittelstand im Ausgleichsbehälter ist regelmäßig zu prüfen. Mit enthärtetem Wasser ohne Kalkanteil wird ein Gemisch aus 40 % / 60 % Ethylenglykol-Frostschutzmittel und Wasser nachgefüllt.
* Verschlussdeckel des Ausgleichsbehälters oder Kühlerdeckel zur Prüfung des Kühlmittelstands nicht öffnen, bevor der Motor vollständig abgekühlt ist! Der Füllstand im Behälter schwankt mit der Motortemperatur. Bei kaltem Motor muss der Kühlmittelstand über der Markierung „LOW“ am Behälter liegen. Mit zunehmender Erwärmung des Motors sollte der Stand in Richtung der Markierung „FULL“ steigen. Ist dies nicht der Fall, Motor abkühlen lassen und anschließend den Deckel vom Behälter abnehmen.
Fahrzeug bewegen und den Kühlmittelstand erneut prüfen. Wenn nur eine geringe Menge Kühlmittel bis zur korrekten Füllhöhe fehlt, kann klares Wasser nachgefüllt werden. Häufiges Nachfüllen mit Wasser verdünnt jedoch das Frostschutzmittel. Um das richtige Mischungsverhältnis aus Frostschutzmittel und Wasser sicherzustellen, immer mit dem vorgeschriebenen Gemisch bis zur korrekten Füllhöhe auffüllen.
Sinkt der Kühlmittelstand regelmäßig, kann im System eine Undichtigkeit vorliegen. Kühler, Schläuche, Verschlussdeckel, Ablassschrauben und Wasserpumpe prüfen (siehe Abschnitt Kühlmittel wechseln. Prüfung des Frostschutzes. Sichtprüfung des Kühlsystems). Wenn keine Undichtigkeit feststellbar ist, Dichtheit von Verschlussdeckel des Ausgleichsbehälters und Kühler in einer BMW-Vertragswerkstatt prüfen lassen.
Zum Öffnen des Deckels zuerst warten, bis der Motor vollständig abgekühlt ist. Dann ein dickes Tuch um den Deckel legen und ihn bis zum ersten Anschlag drehen. Tritt Dampf oder Kühlmittel unter dem Deckel aus, dem Motor noch etwas Zeit zum Abkühlen geben und den Deckel erst danach vollständig abnehmen.
Außerdem ist der Zustand des Kühlmittels zu prüfen. Es sollte relativ sauber sein. Ist die Flüssigkeit braun oder rostig, muss sie abgelassen, das System gespült und mit neuem Gemisch befüllt werden. Auch wenn das Kühlmittel normal aussieht, verlieren die enthaltenen Korrosionsschutzinhibitoren mit der Zeit ihre Wirksamkeit. Daher ist es in festgelegten Intervallen zu wechseln.
Bei schnell sinkendem Füllstand die Dichtheit prüfen, siehe Abschnitt Prüfung des Kühlsystems.
Bremsflüssigkeit und Kupplungsflüssigkeit
* Bremsflüssigkeit kann die Augen schädigen und den Lack des Fahrzeugs beschädigen. Daher beim Umgang äußerst vorsichtig sein. Keine Bremsflüssigkeit verwenden, die längere Zeit offen gestanden hat oder älter als ein Jahr ist. Bremsflüssigkeit nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf, was zu einem gefährlichen Verlust der Wirksamkeit des Bremssystems führen kann. Nur die vorgeschriebene Bremsflüssigkeit verwenden. Das Mischen verschiedener Flüssigkeitstypen (z. B. DOT 3 oder 4 mit DOT 5) kann zum Ausfall des Bremssystems führen.
Der Ausgleichsbehälter für Brems- und Kupplungsflüssigkeit befindet sich im Motorraum. Er hat zwei Kammern, jeweils für einen Bremskreis. Der Gewindedeckel besitzt eine Entlüftungsöffnung. Es ist darauf zu achten, dass diese nicht verstopft.
Der Behälter ist durchsichtig, sodass der Flüssigkeitsstand sichtbar ist. Sinkt der Stand unter die Markierung MIN, leuchtet die Kontrollleuchte im Armaturenbrett auf. Dennoch wird empfohlen, den Behälter von Zeit zu Zeit optisch zu kontrollieren.
PRÜFUNG DES BREMSFLÜSSIGKEITSSTANDS
1. Die Innenraumfilterabdeckung auf der Fahrerseite abnehmen, siehe Abschnitt Innenraumfilter wechseln.
PRÜFUNG DES BREMSFLÜSSIGKEITSSTANDS
1. Die Innenraumfilterabdeckung auf der Fahrerseite abnehmen, siehe Abschnitt Innenraumfilter wechseln.

2. Bei geschlossenem Deckel darf der Flüssigkeitsstand nicht über der Markierung MAX und nicht unter der Markierung „MIN“ am teiltransparenten Behälter liegen. Ist der Stand zu niedrig, Deckel abnehmen und Flüssigkeit nachfüllen. Zur Funktionsprüfung der Kontrollleuchte den mit dem Pfeil markierten Kontakt drücken.
3. Nur die in den Technischen Daten angegebene Bremsflüssigkeit einfüllen.
4. Durch den Verschleiß der Scheibenbremse kann der Bremsflüssigkeitsstand geringfügig sinken. Dies gilt als normal.
5. Sinkt der Flüssigkeitsstand innerhalb kurzer Zeit deutlich, deutet dies auf eine Undichtigkeit hin.
6. In diesem Fall sind die Leckstellen umgehend zu finden. Dies sollte am besten in einer Werkstatt erfolgen.
Prüfung der Funktion der Kontrollleuchte
VORGEHENSWEISE
1. Zündung einschalten. Feststellbremse lösen.

2. Den Kontakt im Behälterdeckel mit dem Finger drücken, Pfeil in der Abbildung.
3. Ein Helfer muss dabei beobachten, ob die Kontrollleuchte im Instrumentenkombi aufleuchtet. Leuchtet die Lampe nicht, den Stromkreis prüfen.
4. Innenraumfilterabdeckung wieder einsetzen (Abschnitt Innenraumfilter wechseln)
Scheibenwaschflüssigkeit
Der Behälter für die Scheibenwaschflüssigkeit ist ein Kunststoffbehälter auf der rechten Seite im Motorraum.

Position der Kugel im Röhrchen entspricht dem Flüssigkeitsstand im Behälter. 0 – leer, I – voll
In gemäßigten Klimazonen kann das System mit gewöhnlichem Wasser befüllt werden, der Behälter darf jedoch höchstens zu zwei Dritteln gefüllt werden, damit bei Ausdehnung des gefrierenden Wassers genügend Freiraum bleibt. In Gebieten mit kaltem Klima ist spezielle Scheibenwaschflüssigkeit mit Frostschutz zu verwenden, die den Gefrierpunkt der Flüssigkeit senkt und in jedem Zubehörgeschäft erhältlich ist. Sie wird üblicherweise als Konzentrat oder gebrauchsfertig angeboten. Haben Sie Konzentrat erworben, mischen Sie es entsprechend der Anleitung des Herstellers auf der Verpackung mit Wasser.

Der Behälter der Scheiben- und Scheinwerferwaschanlage befindet sich im rechten Bereich des Motorraums.

Der Behälter der Hochdruck-Scheibenwaschanlage befindet sich im rechten Bereich des Motorraums. Frostschutzkonzentrat unverdünnt einfüllen.
* Verwenden Sie kein Kühlmittel-Frostschutzmittel – es beschädigt die lackierten Oberflächen des Fahrzeugs.
Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum BMW 1: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.