Zahnriemenwechsel

Teile des Ventiltriebs am Dieselmotor 1. Obere Zahnriemenabdeckung
2. Zahnrad der Hochdruckkraftstoffpumpe
3. Zahnriemenspanner
4. Nockenwellenzahnrad
5. Spannfeder des Zahnriemenspanners
6. Zahnriemen
7. Kurbelwellenriemenscheibe
8. Untere Zahnriemenabdeckung
9. Antriebsrad der Wasserpumpe
10. Zahnriemenführungsrolle
11. Zahnriemenführungsrolle
12. Kurbelwellenzahnrad

Abziehen der Kurbelwellenriemenscheibe mit dem Abzieher
Die Abbildung Teile des Ventiltriebs am Dieselmotor zeigt die Bauteile des Ventiltriebs; die Abbildung kann beim Austausch oder Ausbau der Teile verwendet werden. Der Zahnriemen muss alle 100.000 km gewechselt werden. Zu diesem Zeitpunkt hat er seine normale Lebensdauer erreicht. Auch wenn der Motor einwandfrei läuft, lässt sich nie genau vorhersagen, wann der Zahnriemen reißt. Die folgende Beschreibung umfasst den Ausbau und Einbau aller Teile des Ventiltriebs. Wenn nur der Zahnriemen gewechselt wird, beachten Sie die folgenden Hinweise.
Ausbau
ARBEITSABLAUF
1. Entfernen Sie die Riemen der einzelnen Aggregate an der Vorderseite des Motors. Ist eine Servolenkungspumpe vorhanden, entfernen Sie auch deren Riemenscheibe.
2. Entfernen Sie die Visco-Kupplung und die Riemenscheibe der Wasserpumpe zusammen mit dem Lüfter. Lösen Sie dazu die vier Muttern der Kupplung und nehmen Sie die Kupplung mit der daran montierten Riemenscheibe und dem Lüfter ab.
3. Lösen Sie die Schraube der Kurbelwellenriemenscheibe. Um die Kurbelwelle am Drehen zu hindern, legen Sie den Gang ein und ziehen Sie die Handbremse an. Lösen Sie die Schraube mit dem Schlüsselkopf. Zum Abziehen der Riemenscheibe wird üblicherweise ein Abzieher verwendet, der wie in der Abbildung Abziehen der Kurbelwellenriemenscheibe mit dem Abzieher angesetzt wird.
Andernfalls können Sie auf gegenüberliegenden Seiten der Riemenscheibe zwei Montierhebel unterlegen und die Riemenscheibe damit abnehmen. Die Arbeiten werden unter dem Fahrzeug durchgeführt.
4. Lösen Sie an der Vorderseite des Motors die obere Zahnriemenabdeckung. Entfernen Sie dazu drei Clips und fünf Schrauben. Nehmen Sie die Dichtung ab. Die untere Zahnriemenabdeckung wird später entfernt.
5. Heben Sie den Motor mit Seilen oder Ketten der Hebevorrichtung an und demontieren Sie den rechten Motorlagerträger.
6. Trennen Sie die Verbindungen zwischen den vier Glühkerzen und lösen Sie die Stromzufuhrleitung. Danach schrauben Sie die Glühkerzen heraus.

7. Drehen Sie die Motorkurbelwelle, bis der Kolben des ersten Zylinders im oberen Totpunkt des Verdichtungstakts steht. Um die Kurbelwelle zu drehen, setzen Sie die Kurbelwellenriemenscheibe vorübergehend wieder auf. Ist der Gang noch eingelegt, schalten Sie ihn aus. Drehen Sie die Kurbelwelle, bis die Markierung des Nockenwellenzahnrads mit der Oberfläche des Zylinderkopfs fluchtet (Pfeil).

8. Wenn der Zahnriemen wieder eingebaut wird, die Laufrichtung des Riemens mit einem Filzstift markieren (der Riemen kann sonst versehentlich mit der falschen Seite montiert werden). Am besten einen Pfeil in Drehrichtung des Motors anbringen. Zur Ausrichtung des Zahnriemens in die ursprüngliche Position Markierungen auf allen drei Zahnrädern und auf dem Zahnriemen anbringen.
9. Die Rückholfeder des Zahnriemenspanners mit einer Pinzette abhängen. Die beiden Schrauben des Zahnriemenspanners lösen. Dabei den Riemen nach außen drücken, sodass er ausreichend locker ist, um ihn abzunehmen. Den Zahnriemen nicht mit fettigen Händen anfassen und keinen Kontakt mit Öl, Schmierfett oder ähnlichen Stoffen zulassen.
Wenn keine weiteren Arbeiten erforderlich sind, kann der Zahnriemen installiert werden. Andernfalls den nachfolgenden Anweisungen zum Ausbau oder zur Prüfung der übrigen Teile des Ventiltriebs folgen (z. B. wenn der Motor eine hohe Laufleistung aufweist).
VORGEHENSWEISE
1. Die beiden Befestigungsschrauben des Zahnriemenspanners herausdrehen und den Spanner abnehmen.

2. Die Befestigungsschraube des Nockenwellenzahnrads lösen. Dabei das Zahnrad festhalten. Dazu einen kräftigen Metallstab verwenden, der in eine Öffnung des Zahnrads gesteckt wird und sich am Zylinderkopf abstützt. Das Zahnrad kann auch wie abgebildet festgehalten werden.
3. Das Zahnrad von der Nockenwelle abnehmen. Das Rad sitzt auf der Welle auf einem Stift, daher ist es nicht erforderlich, seine Position auf der Welle zu markieren. Nach dem Abnehmen des Zahnrads die Nockenwelle nicht drehen.
4. Das Antriebsrad der Hochdruck-Kraftstoffpumpe ebenso festhalten und die Mutter lösen. Zum Abnehmen des Antriebsrads ist der abgebildete Abzieher erforderlich. Die Abzieherschrauben in die beiden Gewindebohrungen am Zahnrad einschrauben. Auf die gleiche Weise wird das Antriebsrad der Ölpumpe abgenommen.
5. Die Führungsrolle des Zahnriemens abnehmen (eine Schraube).

6. Alle ausgebauten Teile auf Verschleiß und Beschädigungen prüfen. Wenn der Riemenspanner an einigen Stellen klemmt, ist er zu ersetzen. Die Länge der Rückholfeder messen. Die wieder einzubauende Feder muss bei einer Messung zwischen den Innenseiten beider Federhaken eine Länge von 51,93 mm aufweisen, wie abgebildet.
Einbau
Der Einbau des Ventiltriebs erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Die Beschreibung geht davon aus, dass sämtliche Teile des Ventiltriebs ausgebaut wurden.
VORGEHENSWEISE
1. Das Kurbelwellenzahnrad auf das Wellenende aufsetzen, Passfeder und Nut im Zahnrad ausrichten und das Zahnrad mit einem Rohrstück passenden Durchmessers auf die Welle treiben. Dabei darauf achten, dass die Passfeder nicht verrutscht.
2. Das Antriebsrad der Ölpumpe ebenso montieren, dabei die Zunge am Antriebsrad in die Aussparung der Antriebswelle einführen. Die Mutter aufschrauben und mit 47 N·m anziehen. Dabei das Antriebsrad gegen Verdrehen sichern.
3. Die Führungsrolle des Zahnriemens einbauen. Die Schraube mit 37 N·m anziehen.
Nach dem Anziehen prüfen, ob sich die Rolle leicht drehen lässt.
4. Das Antriebsrad der Hochdruck-Kraftstoffpumpe auf die Welle setzen, dabei die Passfeder mit der Aussparung ausrichten, das Rad leicht aufschlagen und die Mutter aufschrauben. Das Rad gegen Verdrehen sichern und die Mutter mit 65 N·m anziehen.

5. Das Zahnrad auf die Nockenwelle setzen. Im Zahnrad befindet sich eine Bohrung, in die der Stift der Nockenwelle eingreifen muss. Die Schraube mit großer Scheibe einschrauben, die Welle wie abgebildet festhalten und die Schraube mit 100 N·m anziehen.
Beim Anziehen der Schraube die Welle nicht drehen, da die Ventile sonst gegen die Kolbenböden schlagen können.
6. Zwei Befestigungsschrauben des Spanners eindrehen, aber noch nicht endgültig anziehen. Die mittlere Schraube mit der Rolle mit 7.5 N·m anziehen. Nach dem Anziehen prüfen, ob sich die Rolle in beide Richtungen leicht drehen lässt.

7. Prüfen, ob die Stellung des Kolbens von Zylinder 1 im oberen Totpunkt (OT) noch korrekt ist. Dabei muss die Markierung an der Kurbelwellenriemenscheibe oben stehen. Die Markierung am Nockenwellenzahnrad muss wie abgebildet ausgerichtet sein, und die Markierung des Antriebsrads der Hochdruck-Kraftstoffpumpe muss mit der Markierung an der Wasserpumpe übereinstimmen.
8. Beim Einbau eines neuen Zahnriemens diesen so auflegen, dass nach dem Einbau die Buchstaben und Ziffern auf der Rückseite des Motors lesbar sind.
9. Zuerst den Riemen auf das Nockenwellenzahnrad legen.
Das Antriebsrad der Hochdruck-Kraftstoffpumpe mit einem Maulschlüssel festhalten und den Riemen auf das Rad legen. Den korrekten Zahneingriff des Zahnriemens prüfen. Im Bereich zwischen den Zahnrädern der Nockenwelle und der Ölpumpe muss der Riemen gespannt sein.
10. Das Antriebsrad der Hochdruck-Kraftstoffpumpe weiterhin festhalten, den Riemen auf das Rad der Wasserpumpe und das Kurbelwellenzahnrad legen. Den korrekten Zahneingriff des Zahnriemens erneut prüfen.
11. Den Riemen auf die Führungsrolle und das Antriebsrad der Ölpumpe legen, und zwar in dieser Reihenfolge. Prüfen, ob der Riemen nicht zu stark gespannt ist. Alle Markierungen müssen übereinstimmen.

12. Beim Einbau eines gebrauchten Zahnriemens diesen nach dem oben beschriebenen Verfahren montieren; dabei müssen auch alle beim Ausbau mit Filzstift angebrachten Markierungen übereinstimmen. Der Pfeil muss ebenfalls richtig ausgerichtet sein. Die Abbildung zeigt, wie die Markierungen übereinstimmen. Ist der Riemen um einen Zahn versetzt, muss er neu aufgelegt werden.

13. Die Rückholfeder wie abgebildet am Riemenspanner einhängen. Nach dem Einhängen der Feder die beiden Schrauben des Riemenspanners lösen. Dabei wird die Spannrolle nach innen gezogen und spannt den Zahnriemen.

14. Schrauben Sie die Schraube am vorderen Ende der Kurbelwelle fest, bevor Sie die Kurbelwelle drehen. Drehen Sie die Kurbelwelle genau zwei Umdrehungen weiter und prüfen Sie, ob alle Markierungen wie in der Abbildung ausgerichtet sind. Falls erforderlich, bauen Sie den Riemen aus und wieder ein.
15. Ziehen Sie die Schrauben der Spannrolle mit 37 N·m an, ohne die Montageplatte zu verschieben.
16. Montieren Sie den Tragbügel der rechten Motoraufhängung. Ziehen Sie die kleineren Schrauben mit 37 N·m an, die größeren mit 65 N·m.
17. Wenn eine Hydraulik-Servolenkung eingebaut ist, ziehen Sie die großen Schrauben noch nicht endgültig fest.
18. Schrauben Sie die vier Glühkerzen ein und ziehen Sie sie mit 13 N·m an. Schließen Sie die Stromstecker an die Glühkerzen an, setzen Sie die Stromschiene mit den Isolierscheiben, Unterlegscheiben und Muttern auf und stecken Sie die vier Gummikappen auf.

19. Setzen Sie die Führungsscheibe des Zahnriemens auf das Ende der Kurbelwelle. Richten Sie dabei die Keilführung an der Passfeder aus. Die umgebogene Kante der Führungsscheibe muss nach außen zeigen, wie in der Abbildung dargestellt. Setzen Sie den unteren Zahnriemenkasten mit der Dichtung auf und ziehen Sie die fünf Schrauben gleichmäßig an.
20. Montieren Sie die Riemenscheibe der Kurbelwelle (auf Passfeder und Aussparung achten). Verwenden Sie zum Aufpressen ein Rohrstück. Schrauben Sie die Schraube ein und ziehen Sie sie mit 100 N·m an. Dabei muss ein Gang eingelegt sein, damit die Welle nicht mitdreht.
21. Setzen Sie den oberen Zahnriemenkasten mit einer neuen Dichtung auf und befestigen Sie ihn mit fünf Schrauben und drei Klemmen.
22. Befestigen Sie die Hydraulikpumpe der Servolenkung mit drei Schrauben. Ziehen Sie die Schrauben mit 40 N·m an. Die Riemenscheibe der Pumpe wird zunächst nur vorläufig montiert.
23. Montieren Sie den Antriebsriemen der Servolenkungspumpe und des Wechselstromgenerators und stellen Sie die Riemenspannung wie im entsprechenden Kapitel für die Servolenkungspumpe beschrieben ein. Jetzt kann die vorläufig montierte Riemenscheibe der Servolenkungspumpe festgezogen werden. Drücken Sie dazu mit dem Daumen auf den Riemen und ziehen Sie die Muttern nacheinander mit Steckschlüssel und Drehmomentschlüssel bis zum Anzugsmoment 45 N·m fest.
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