Zündzeitpunkt – Einstellung für den Betrieb mit bleifreiem Benzin
Hinweis: Die Zündzeitpunkt-Werte für den Betrieb mit bleifreiem Benzin finden Sie im Abschnitt Technische Daten am Anfang dieses Kapitels.
1 Damit ein Motor mit bleifreiem Benzin betrieben werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst sollen die verschiedenen Benzinsorten und ihre Bezeichnungen erläutert werden: Normales verbleites Benzin (4-Star, 97 ROZ): Benzin, dem bei der Herstellung eine geringe Menge Blei zugesetzt wurde (0,15 g/Liter), zusätzlich zum natürlichen Bleigehalt des Rohöls.
Bleifreies Benzin (Super, 95 ROZ): Bei der Herstellung wird kein Blei zugesetzt, es enthält jedoch den natürlichen Bleigehalt des Rohöls.
Bleifreies Benzin (Blei-frei, ohne Bleigehalt): Enthält kein Blei. Es wird bei der Herstellung kein Blei zugesetzt, und der natürliche Bleigehalt wird herausraffiniert. Diese Benzinsorte ist im Vereinigten Königreich derzeit nicht allgemein erhältlich und darf nicht mit bleifreiem Benzin (Super, 95 ROZ) verwechselt werden.
2 Damit ein Motor dauerhaft mit bleifreiem Benzin betrieben werden kann, müssen gehärtete Ventilsitzringe in den Zylinderkopf eingebaut sein.
3 Die OHC-Motoren der Baureihe Sierra/P100, die werkseitig mit geeigneten Ventilsitzringen ausgestattet sind, lassen sich anhand der Buchstaben erkennen, die neben Zündkerze Nr. 4 in den Zylinderkopf eingeprägt sind: 1,6-Liter-Motoren M, MM, N oder NN 1,6-Liter-Motoren S oder SS 2,0-Liter-Motoren L, P, PP, R oder RR 4 Alle CVH-Motoren sind mit geeigneten Ventilsitzringen ausgestattet.
5 Fahrzeuge, bei denen kein Kennbuchstabe in den Zylinderkopf eingeprägt ist und die nicht mit geeigneten Ventilsitzringen ausgestattet sind, dürfen dennoch mit bleifreiem Benzin betrieben werden (dauerhafter Betrieb wird jedoch nicht empfohlen), sofern jede vierte Tankfüllung aus normalem verbleitem Benzin besteht, d. h. drei Tankfüllungen bleifreies Benzin, gefolgt von einer Tankfüllung normalem verbleitem Benzin.
6 Beim Betrieb eines OHC-Motors mit bleifreiem Benzin (Super, 95 ROZ) muss der Zündzeitpunkt wie in den folgenden Unterabschnitten beschrieben nach spät verstellt werden. Bei CVH-Motoren ist beim Betrieb mit bleifreiem Benzin keine Zündzeitpunkt-Einstellung erforderlich.
Induktives Zündsystem und ESC-System
7 Bei Fahrzeugen mit induktivem Zündsystem oder ESC-System muss der Zündzeitpunkt wie angegeben nach spät verstellt werden.
Systeme ESC II und EEC IV 8 Bei Fahrzeugen mit den Systemen ESC II oder EEC IV kann der Zündzeitpunkt nach spät verstellt werden, ohne dass der Verteiler mechanisch verstellt werden muss.
9 Die Verstellung erfolgt durch Masseverbindung einer oder zweier Leitungen (Leitungen für „Oktanabgleich“), die an einem Steckverbinder neben der Zündspule enden. Idealerweise sollte eine Service-Einstellleitung verwendet werden, die bei einem Ford-Händler erhältlich ist (siehe Abbildung).

17.9 Service-Einstellleitung und Stecker – Systeme ESC II und EEC IV
A Rote, blaue und gelbe Leitungen B Steckverbinder
C Schnittstelle für die Leitungen
Ein Ende der Leitung wird in den Steckverbinder für den „Oktanabgleich“ gesteckt, das andere Ende wird durch Befestigung an einer der Befestigungsschrauben der Zündspule mit Masse verbunden.
10 Die Leitungen in der Service-Einstellleitung, die nicht mit Masse verbunden werden sollen, abschneiden und isolieren.
11 Das Maß der Zündverstellung nach spät, das durch die Masseverbindung der Leitung(en) erreicht wird, ist der obigen Tabelle zu entnehmen.
12 Sobald der Zündzeitpunkt nach spät verstellt wurde, kann das Fahrzeug wahlweise mit verbleitem oder bleifreiem Benzin betrieben werden.
13 Bei 2.0-Liter-Modellen erhöht sich die Leerlaufdrehzahl um 75 U/min, wenn die gelbe Leitung (Leitung für die „Leerlaufdrehzahl-Einstellung“) in der Service-Einstellleitung mit Masse verbunden wird. Hat das Fahrzeug bereits ein einzelnes gelbes Zwischenkabel, bevor die Service-Einstellleitung angeschlossen wird, ist sicherzustellen, dass die gelbe Leitung in der Service-Einstellleitung mit Masse verbunden wird.
14 Bei einigen frühen Modellen sind anstelle des Steckverbinders für den „Oktanabgleich“ farbige Lucar-Steckverbinder eingebaut (siehe Abbildung). Das Prinzip der Zündzeitpunkt-Einstellung bei diesen Fahrzeugen entspricht dem oben beschriebenen Vorgehen bei Fahrzeugen mit Steckverbinder für den „Oktanabgleich“.

17.14 Lucar-Steckverbinder für „Oktanabgleich“ – frühe Modelle mit Systemen ESC II und EEC IV
A Rote, blaue und gelbe Lucar-Steckverbinder B Befestigungsschraube der Zündspule (Massepunkt)
15 Nach Abschluss der Zündzeitpunkt-Einstellung sind Leerlaufdrehzahl und Gemisch zu prüfen und bei Bedarf einzustellen.
Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum Ford Sierra: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.