Allgemeine Motorinstandsetzung und Grundüberholung

Allgemein

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Dieser Teil des Kapitels enthält Beschreibungen der Verfahren zum Aus- und Einbau des Motors sowie zur allgemeinen Überholung des Zylinderkopfes und der inneren Motorkomponenten.

Das vorliegende Material enthält ein breites Spektrum an Informationen – von praktischen Hinweisen zur Beschaffung der erforderlichen Ersatzteile bis hin zu einer detaillierten Schritt-für-Schritt-Beschreibung der Ausbau-, Prüf-, Instandsetzungs- und Einbauverfahren für die inneren Motorkomponenten.

Die Verfahrensbeschreibungen setzen voraus, dass der Motor vollständig aus dem Fahrzeug ausgebaut und auf einem Montagestand oder einer stabilen Werkbank montiert ist. Sämtliche Informationen zu Motorreparaturverfahren, die ohne Ausbau des Motors aus dem Fahrzeug (in situ) durchgeführt werden können, finden sich in den Teilen 4-Zylinder-Motoren und V6-Motoren dieses Kapitels.

Der Zeitpunkt, zu dem eine Motorüberholung erforderlich wird, lässt sich nicht immer leicht bestimmen. Dabei sind zahlreiche unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen.

Eine hohe Laufleistung ist nicht zwingend ein Zeichen dafür, dass der Motor überholt werden muss. Andererseits ist eine geringe Laufleistung ebenfalls keine ausreichende Garantie für den einwandfreien Zustand des Motors. Der wichtigste Faktor für die Lebensdauer des Motors ist die Häufigkeit und Regelmäßigkeit der Wartungs- und Pflegearbeiten am Fahrzeug. Bei normaler Pflege erreicht der Motor problemlos viele tausend Kilometer, während eine nachlässige Wartung in Verbindung mit einer unsachgemäßen Fahrweise dazu führen kann, dass schon nach sehr kurzer Zeit eine Motorüberholung nötig wird.

Ein übermäßiger Ölverbrauch kann ein Hinweis darauf sein, dass Kolbenringe, Ventilschaftdichtungen und/oder Ventilführungen überprüft werden müssen. Zunächst ist selbstverständlich sicherzustellen, dass der Ölverlust nicht auf äußere Leckagen zurückzuführen ist. Wenden Sie sich an einen qualifizierten Fachmann, der anhand der Ergebnisse der Verdichtungsdruckprüfung (siehe Abschnitt Verdichtungsdruckprüfung) und der Unterdruckmessungen bei verschiedenen Ausgangsbedingungen (siehe Abschnitt Motordiagnose mit dem Unterdruckmessgerät) den allgemeinen Zustand des Motors Ihres Fahrzeugs beurteilen kann.

Leistungsverlust, unruhiger Motorlauf, übermäßige Geräusche des Ventiltriebs und erhöhter Kraftstoffverbrauch sind in der Regel typische Anzeichen dafür, dass eine Motorüberholung erforderlich ist, insbesondere wenn alle diese Symptome gleichzeitig auftreten. Wenn die vollständige Einstellung keine Abhilfe schafft, bleibt als einzige Lösung eine umfassende mechanische Instandsetzung des Motors.

Eine Motorüberholung bedeutet die Wiederherstellung aller Betriebsparameter auf das Niveau eines neuen Motors. Bei der Überholung müssen zwingend die Kolbenringe ersetzt und die Zylinderlaufbahnen instand gesetzt werden (Ausdrehen und/oder Honen). Beim Ausdrehen der Zylinder sind Kolben in der entsprechenden Reparaturmaßstufe auszuwählen. In der Regel werden die Hauptlager und Pleuellager ersetzt; bei Bedarf können auch die Kurbelwellenzapfen geschliffen und instand gesetzt werden. Die Ventile müssen zwingend instand gesetzt werden, da ihr Zustand zum Zeitpunkt der Überholung fast immer zu wünschen übrig lässt. Parallel zur allgemeinen Motorinstandsetzung werden üblicherweise auch Nebenaggregate wie Zündverteiler, Anlasser und Generator instand gesetzt. Nach der Instandsetzung entsprechen die Motorparameter wieder denen eines neuen Motors, und der Motor kann viele weitere tausend Kilometer zuverlässig betrieben werden.

Kritische Kühlsystemkomponenten wie Schläuche, Antriebsriemen, Thermostat und Wasserpumpe MÜSSEN bei einer Motorüberholung zwingend durch neue Teile ersetzt werden. Darüber hinaus ist der Zustand des Kühlers sorgfältig zu prüfen (siehe Kapitel Kühl- und Heizsystem). Bei Anzeichen von Undichtigkeiten oder eingeschränkter Durchströmung ist der Kühler ebenfalls zu ersetzen. Viele Vertragswerkstätten gewähren keine Garantie für den Betrieb eines überholten Motors ohne fachgerechte Reinigung und Instandsetzung des Kühlers. Prüfen Sie außerdem unbedingt den Zustand der Ölpumpe (siehe entsprechende Abschnitte dieses Kapitels).

Lesen Sie vor Beginn der Motorüberholung sorgfältig die Informationen dieses Teils durch, um sich theoretisch auf die bevorstehenden Arbeiten vorzubereiten. Eine Motorüberholung erfordert keine hohe fachliche Qualifikation, nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch. Planen Sie die Nutzung des Fahrzeugs für mindestens zwei Wochen ein, insbesondere wenn einzelne Instandsetzungsarbeiten in einer Werkstatt ausgeführt werden müssen. Informieren Sie sich über die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Werkzeugen und Geräten. Bereiten Sie alle benötigten Materialien rechtzeitig vor. Der größte Teil der Arbeiten kann mit einem üblichen Satz Werkzeuge ausgeführt werden; einige Prüfungen zur Beurteilung der Weiterverwendbarkeit einzelner Bauteile erfordern jedoch präzise Messgeräte. Bei Zweifeln wenden Sie sich an die Fachleute einer Werkstatt, die Ihnen stets bei der Entscheidung helfen, ob ein inneres Motorbauteil ersetzt oder instand gesetzt werden sollte.

Bevor Sie Bauteile zur Instandsetzung in eine Werkstatt geben, zerlegen Sie den Motor und alle seine inneren Komponenten vollständig. Denken Sie daran, dass der Zustand des Motorblocks der entscheidende Faktor bei der Frage ist, ob sich eine Motorüberholung lohnt. Häufig ist es günstiger und zuverlässiger, einen verschlissenen Motor durch einen instand gesetzten Motor zu ersetzen. Kaufen Sie niemals Ersatzteile, bevor Sie den Zustand des Blocks gründlich untersucht haben. Bedenken Sie, dass Zeit der größte Kostenfaktor bei einer Motorüberholung ist, und es daher sinnlos ist, sie mit dem Einbau verschlissener oder nicht maßgerechter Baugruppen und Bauteile zu verschwenden.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass alle Mühen bei der Instandsetzung verschlissener Bauteile vergebens sind, wenn die Anforderungen an Sauberkeit bei der Montage nicht konsequent eingehalten werden.

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