Ausbau der Kurbelwelle
Die Kurbelwelle kann nur bei aus dem Fahrzeug ausgebautem Motor entnommen werden. Voraussetzung ist, dass Schwungrad/Antriebsscheibe, Zahnriemen, Ölwanne, Ölpumpen-Saugrohr, Ölpumpe und Kolben-Pleuel-Baugruppen bereits demontiert sind. Bei 4-Zylinder-Motoren muss die Verbindungsbrücke vor dem Ausbau der Pleuel demontiert werden (siehe Abschnitt Ausbau der Kolben-Pleuel-Baugruppen). Vor dem Ausbau der Kurbelwelle ist außerdem der Halter des hinteren Dichtrings zu lösen und vom Zylinderblock abzunehmen.
VORGEHENSWEISE

1. Bevor Sie die Kurbelwelle aus dem Motor ausbauen, messen Sie ihr Axialspiel. Befestigen Sie die Messuhr (DTI) so am Block, dass ihr Taststift koaxial zur Kurbelwelle an einer Kurbelwange anliegt.
Die Hauptlagerdeckel und ihre Verbindungsbrücke (4-Zylinder-Motoren) müssen an ihrem Platz verbleiben, und ihre Befestigungsschrauben müssen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen sein.
2. Schieben Sie die Kurbelwelle bis zum Anschlag nach hinten und setzen Sie die Anzeige der Messuhr auf null. Schieben Sie die Welle dann in die Gegenrichtung und lesen Sie den Messwert ab. Der Freiweg der Welle in Längsrichtung entspricht dem Axialspiel. Vergleichen Sie das Messergebnis mit den Vorgaben in den Spezifikationen. Überschreitet das Spiel den maximalen Grenzwert, prüfen Sie die Anlaufflächen der Welle auf übermäßigen Verschleiß. Liegen keine offensichtlichen Verschleißspuren vor, behebt in der Regel der Einbau neuer Anlaufscheiben das Problem.

3. Steht keine Messuhr zur Verfügung, können Sie eine gewöhnliche Fühlerlehre verwenden. Schieben Sie die Welle vorsichtig bis zum Anschlag nach vorn im Motor und bestimmen Sie dann das entstandene Spiel zwischen der Kurbelwange und der hinteren Anlauffläche des vorderen (ersten) Hauptlagers, indem Sie eine Fühlerlehre passender Dicke fest einsetzen.

4. Prüfen Sie die Hauptlagerdeckel auf Einbaumarkierungen. Die Deckel müssen fortlaufend von vorn nach hinten am Motor nummeriert sein. Bei Bedarf bringen Sie die Markierung selbst mit einem Körner an. Neben der laufenden Nummer sind auf den Deckeln in der Regel auch gegossene Pfeile vorhanden. Bei richtig eingebauten Deckeln muss der Pfeil in Richtung des Zahnriemenantriebs zeigen.
5. Bei 4-Zylinder-Motoren lösen Sie die Befestigungsschrauben der Hauptlagerdeckel bzw. ihrer Verbindungsbrücke in mehreren Schritten (je 1/4 Umdrehung pro Durchgang), bis sie von Hand herausgedreht werden können. Nehmen Sie die Brücke ab. Lösen Sie die Hauptlagerdeckel vorsichtig mit einem Hammer mit Kunststoff- oder Gummikopf vom Block; verwenden Sie bei Bedarf die Schrauben als Hebel. Achten Sie darauf, die Hauptlagerschalen nicht fallen zu lassen.


6. Bei V6-Motoren wird der Deckel jedes Hauptlagers mit vier Schrauben befestigt – zwei Schrauben sind in senkrechter Richtung eingeschraubt (von unten auf den Block gesehen), und zwei weitere sind seitlich in waagerechter Richtung auf beiden Seiten eingeschraubt. Bevor Sie versuchen, die Deckel vom Block zu lösen, vergewissern Sie sich, dass alle Schrauben herausgedreht sind.
7. Nehmen Sie die Kurbelwelle vorsichtig aus dem Motor heraus (mit Unterstützung eines Helfers). Achten Sie darauf, dass die Hauptlagerschalen in ihren Betten im Block und in den Deckeln verbleiben. Setzen Sie die Deckel auf den Block und ziehen Sie ihre Schrauben zunächst von Hand an.
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