Einbau und Prüfung des Pleuellagerspiels
ALLGEMEINE ANGABEN
Warnung Die Beschreibung betrifft nur Pleuellager in Standardgröße. Ersatz-Pleuellagerschalen werden nicht nach Maßgruppen unterteilt. Neue Pleuellager werden anhand der Maßgruppenkennung auf der Kurbelwelle ausgewählt.Die Maßgruppenkennungen sind auf der 1. oder der 4. Kurbelwange eingeprägt.
Um die Pleuellagerschalen auszuwählen, muss die Maßgruppe des Pleuelzapfens der Kurbelwelle für den betreffenden Zylinder ermittelt werden. Anschließend wird anhand der beiliegenden Tabelle die passende Lagerschale bestimmt, anhand der Farbmarkierung (Punkt auf der Seitenfläche der Lagerschale).
Kennung auf der Kurbelwelle / Farbmarkierung der Lagerschale Maßgruppe 0 weiß (oder keine) 1 braun 2 grün
Pleuellagerspiel prüfen
VORGEHENSWEISE
1. Die Außenfläche der Pleuellagerschalen sowie die Lagerbohrungen in Pleuelstange und Pleueldeckel reinigen.

2. Die Lagerschalen einlegen und prüfen, ob die Nasen der Lagerschalen in die Aussparungen der Pleuelstange (Pfeil) und des Pleueldeckels eingreifen.
3. Beim Einsetzen der Lagerschalen darf die Gleitfläche nicht berührt werden. Sicherstellen, dass die Schmierbohrung der oberen Pleuellagerschale genau mit der Bohrung im Pleuel fluchtet.
4. Wird das Lagerspiel mit alten Lagerschalen geprüft, diese Lagerschalen an den ursprünglichen Positionen einlegen.
5. Das Pleuellagerspiel kann auf zwei Arten geprüft werden.
6. Bei der ersten Methode Pleueldeckel mit Pleuelstangen und Pleuellagern montieren, dabei auf die korrekte Ausrichtung der Teile zueinander achten.
7. Die Deckelmuttern mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen und den Innendurchmesser jedes montierten Lagerschalenpaares messen. Das Lagerspiel ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Innendurchmesser der montierten Pleuellager und dem Durchmesser des Pleuelzapfens.
8. Die zweite Methode (genauer) besteht in der Verwendung von Kunststoff-Messlehre (Plastigage).
9. Pleuellagerschalen korrekt ausgerichtet einlegen. Auf jeden Kurbelwellen-Pleuelzapfen ein Stück Messlehre legen.
10. Die Lagerflächen reinigen, Pleuelstangen auf die zugehörigen Pleuelzapfen setzen. Pleueldeckel anhand der vorhandenen Markierungen oder der beim Zerlegen angebrachten Markierungen ausgerichtet montieren.
11. Die Deckelmuttern anziehen. Beim Anziehen darf die Lage der Messlehre nicht verändert werden, die Kurbelwelle darf nicht gedreht werden.
12. Pleueldeckel abnehmen, ohne die Kurbelwelle zu drehen oder die Messlehre zu verschieben. Die Breite der gequetschten Messlehre mit der Skala auf der Verpackung vergleichen und daraus das Lagerspiel bestimmen.
13. Weicht das Lagerspiel vom Sollwert ab, kann die Ursache eine falsche Auswahl der Pleuellagerschalen oder – bei geprüften gebrauchten Lagerschalen – erhöhter Verschleiß sein.
14. Bevor auf den Austausch der Lagerschalen geschlossen wird, sicherstellen, dass zwischen den Flächen von Deckel bzw. Pleuel und Lagerschale während der Messung kein Schmutz und kein Öl vorhanden war.
15. Ist die gequetschte Messlehre auf einer Seite breiter, deutet dies auf eine Konizität des Pleuelzapfens hin.
16. Weicht das Spiel bei Messungen mit alten Lagerschalen vom Sollwert ab, die Messung mit neuen Lagerschalen wiederholen.
17. Überschreitet das Spiel auch mit neuen Lagerschalen den Sollwert, eine Fachwerkstatt konsultieren. Eventuell ist ein Nachschleifen der Kurbelwellen-Pleuelzapfen und der Einbau von Reparatur-Lagerschalen erforderlich.
18. Bei Bedarf Lagerschalen der passenden Maßgruppe beschaffen und die Messung des Pleuellagerspiels wiederholen.
19. Nach Abschluss die Drahtreste vorsichtig entfernen.
Einbau der Kolben-Pleuel-Baugruppe. Die weitere Beschreibung geht davon aus, dass die Kurbelwelle bereits eingebaut ist.
VORGEHENSWEISE
1. Sicherstellen, dass die Pleuellager richtig eingebaut sind.
2. Wenn neue Lager eingebaut werden, diese in Petroleum waschen.
3. Pleuel und Lager trocken abwischen.
4. Zylinder, Kolben und Ringe einölen und anschließend die Kolben-Pleuel-Baugruppen in der Reihenfolge auslegen, in der die Teile in den Motor eingebaut werden.

5. Mit Zylinder 1 beginnen. Sicherstellen, dass die Stöße der Kolbenringe richtig versetzt sind (siehe Unterabschnitt 3.1.2.13), und die Ringe mit dem Spezialwerkzeug zusammendrücken.

6. Die Kolben-Pleuel-Baugruppe in Zylinder 1 einsetzen. Den Kolben so ausrichten, dass die Markierung auf dem Kolbenboden (Pfeil oder Strich) zur Vorderseite des Motors zeigt. Leicht auf den Kolben klopfen, mit dem Griff eines Hammers oder einem Holzklotz, bis der Kolben in den Zylinder gleitet und der Kolbenboden bündig mit der Trennfläche des Zylinderblocks abschließt.
7. Sicherstellen, dass die Pleuellagerschalen richtig eingebaut sind, und die Lagerschalen sowie den Hubzapfen der Kurbelwelle reichlich einölen.
8. Das Pleuel vorsichtig, um die Zylinderlauffläche nicht zu beschädigen, auf den Hubzapfen der Kurbelwelle ziehen.
9. Den Pleueldeckel mit Lagerschale aufsetzen und die Muttern von Hand anziehen. Beachten, dass die Markierungen am Pleuel und am Pleueldeckel übereinstimmen müssen (das heißt, die Positionierungsnasen der Pleuellager liegen einander gegenüber).
10. Ziehen Sie die Muttern der Pleuellagerdeckel mit dem Drehmoment für die 1. Stufe mit einem Drehmomentschlüssel und einer Steckschlüsseleinsatz an. Drehen Sie die Muttern anschließend um den Winkel der 2. Stufe weiter oder ziehen Sie sie mit dem Drehmoment der 2. Stufe nach.
11. Prüfen Sie die Drehbarkeit der Kurbelwelle. Wenn neue Teile eingebaut wurden, muss ein deutlicher, gleichmäßiger Drehwiderstand der Kurbelwelle spürbar sein. Die Kurbelwelle muss sich jedoch gleichmäßig und ohne Klemmen drehen lassen.
12. Bauen Sie die übrigen Kolben und Pleuel in gleicher Weise ein.
13. Bauen Sie den Zylinderkopf, die Nockenwellenketten und die Ölwanne ein.
Testen Sie sich
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