Diagnose des Drehmomentwandlers
Vor dem Einbau eines neuen oder aufbereiteten Drehmomentwandlers müssen alle Diagnoseverfahren durchgeführt werden. So wird der unnötige Einbau von Drehmomentwandlern vermieden. Erst nach einer vollständigen Diagnoseprüfung darf die Entscheidung für einen neuen oder aufbereiteten Drehmomentwandler getroffen werden.
Mit den üblichen Diagnoseverfahren wie folgt beginnen:
1. Vorprüfung.
2. Das Kundenproblem kennen und verstehen.
3. Zustand überprüfen - Funktionsprüfung des Drehmomentwandlers durchführen.
4. Diagnoseverfahren durchführen.
- Bordeigene Diagnose durchführen; siehe Diagnose.
- Leitungsdruckprüfung durchführen. Weitere Informationen siehe Spezielle Prüfverfahren in diesem Abschnitt.
- Abwürgdrehzahl-Prüfung durchführen. Weitere Informationen siehe Spezielle Prüfverfahren in diesem Abschnitt.
- Diagnoseroutinen durchführen. Weitere Informationen siehe Diagnose nach Symptom in diesem Abschnitt.
Funktionsprüfung des Drehmomentwandlers
Diese Prüfung überprüft, ob das Steuersystem der Drehmomentwandler-Kupplung und der Drehmomentwandler korrekt arbeiten.
5. Schnelltest mit dem Diagnosegerät durchführen. Weitere Informationen siehe Handbuch Antriebsstrang-Steuerung/Emissionsdiagnose (PC/ED). Auf DTCs prüfen.
6. Drehzahlmesser an den Motor anschließen.
7. Motor durch Fahren mit Autobahngeschwindigkeit für ca. 15 Minuten in Stellung (D) auf normale Betriebstemperatur bringen.
8. Nach Erreichen der normalen Betriebstemperatur eine konstante Fahrzeuggeschwindigkeit von ca. 80 km/h halten und mit dem linken Fuß kurz auf das Bremspedal tippen.
9. Beim kurzen Antippen des Bremspedals sollte die Motordrehzahl steigen und etwa fünf Sekunden nach dem Loslassen des Pedals wieder sinken. Tritt dies nicht auf, siehe Probleme beim Betrieb des Drehmomentwandlers. Weitere Informationen siehe Diagnose nach Symptom in diesem Abschnitt.
10. Wenn das Fahrzeug in Stellung (D) oder manueller Stellung 2 im Stand bei Leerlauf abwürgt, den Fahrstufenwählhebel in die manuelle Stellung 1 bewegen. Würgt das Fahrzeug ab, siehe Probleme beim Betrieb des Drehmomentwandlers. Weitere Informationen siehe Diagnose nach Symptom in diesem Abschnitt. Würgt das Fahrzeug in Stellung (D) nicht ab, siehe Diagnose nach Symptom in diesem Abschnitt.
11. Falls das Fahrzeug während der Probefahrt vibriert, den Probefahrt-Bewertungsbogen ausfüllen.
Dieser Bogen hilft dem Techniker, die Ursache der Vibration zu ermitteln.
HINWEIS: Im Folgenden sind häufige Fahrzeugprobleme aufgeführt, die fälschlicherweise als Rupfen der Drehmomentwandler-Kupplung diagnostiziert wurden. Zur Diagnose der folgenden Punkte siehe die entsprechenden Abschnitte des Werkstatthandbuchs und das Handbuch Antriebsstrang-Steuerung/Emissionsdiagnose (PC/ED).
- Zündkerzen - auf Risse, hohen Widerstand oder gebrochene Isolatoren prüfen
- Zündkabel
- Kraftstoffinjektor - Filter kann verstopft sein
- Kraftstoffverunreinigung - schlechte Motorleistung
- AGR-Ventil - Ventil kann zu viel Abgas durchlassen und einen mageren Motorlauf verursachen
- Unterdruckleck - Motor erhält nicht das richtige Luft-Kraftstoff-Gemisch
- MAP/MAF-Sensor - falsches Luft-Kraftstoff-Gemisch
- HO2S-Sensor - zu fettes/mageres Luft-Kraftstoff-Gemisch
- Kraftstoffdruck - kann zu niedrig sein
- Motorlager - lose oder beschädigte Lager können Vibrationen verursachen
- Achsgelenke - auf Vibrationen prüfen
Probefahrt-Bewertungsbogen Drehmomentwandler |
||
| 1) Schaltet die Drehmomentwandler-Kupplung ein/aus? | Ja | Weiter mit Schritt 2. |
| Nein | Für die weitere Diagnose siehe Diagnose nach Symptom - Routine Drehmomentwandler-Kupplung rückt nicht ein 240/340 und Routine Dauerhaft eingerückt 241/341 in diesem Abschnitt. Nach Bedarf reparieren, die Funktion des Drehmomentwandlers überprüfen und dann fortfahren. | |
| 2) Tritt eine Vibration beim Schalten 3-4 oder 4-3 bei leichter, mittlerer oder starker Gaspedalstellung auf? | Hell | Kann Rupfen der Drehmomentwandler-Kupplung sein. Weiter mit Schritt 3. |
| Mittel | Kann Rupfen der Drehmomentwandler-Kupplung sein. Weiter mit Schritt 3. | |
| Stark | Kein Schütteln der Wandlerüberbrückungskupplung. Der Wandler schaltet aufgrund der PCM-Strategie nicht ein. Weitere Diagnose siehe Abschnitt und Diagnose nach Symptom, Geräusch-/Vibrationsroutine 254/354 in diesem Abschnitt. | |
| 3) Ist das Problem fahrgeschwindigkeitsabhängig (Betrieb bei konstanter Geschwindigkeit, d. h. 64 km/h) und unabhängig von der Getriebestellung? Prüfen, indem 2nd, OD cancel und OD manuell gewählt werden. | Ja | Kein Schütteln der Wandlerüberbrückungskupplung. Weitere Diagnose siehe Abschnitt und Diagnose nach Symptom, Geräusch-/Vibrationsroutine 254/354 in diesem Abschnitt. |
| Nein | Weiter mit Schritt 4. | |
| 4) Ist das Problem motordrehzahlabhängig? (Tritt bei gleicher Motordrehzahl unabhängig vom Getriebegang auf. Prüfen, indem dieselbe Drehzahl in jedem Getriebegang gehalten wird.) | Ja | Kein Schütteln der Wandlerüberbrückungskupplung. Weitere Diagnose siehe Abschnitt und Diagnose nach Symptom, Geräusch-/Vibrationsroutine 254/354 in diesem Abschnitt. |
| Nein | Weiter mit Schritt 5. | |
| 5) Tritt das Problem im Schiebebetrieb, bei konstanter Geschwindigkeit oder in der Rückwärtsstellung (R) auf? | Ja | Kein Schütteln der Wandlerüberbrückungskupplung. Weitere Diagnose siehe Abschnitt und Diagnose nach Symptom, Geräusch-/Vibrationsroutine 254/354 in diesem Abschnitt. |
| Nein | Weiter mit Schritt 6. | |
| 6) Tritt die Vibration bei längerem leichtem Bremsen auf? | Ja | Kein Schütteln der Wandlerüberbrückungskupplung. Weitere Diagnose siehe Abschnitt, Abschnitt und Diagnose nach Symptom, Geräusch-/Vibrationsroutine 254/354 in diesem Abschnitt. |
| 7) Wenn einer der Fahrzustände aus Schritt 2 eine Vibration zeigt, die in den Schritten 3-6 nicht auftrat, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Vibration durch die Funktion der Wandlerüberbrückungskupplung verursacht wird. Reparaturverfahren gemäß Demontage/Montage durchführen. |
Nein | Weiter mit Schritt 7. |
Sichtprüfung
Diese Prüfung ermittelt Änderungen oder Ergänzungen am Betriebssystem des Fahrzeugs, die die Diagnose beeinflussen können. Fahrzeug auf nicht werkseitig von Ford montierte Zusatzgeräte prüfen, z. B.:
- Elektronische Zusatzeinrichtungen:
- Fahrzeugmodifikationen:
Werden diese Teile nicht fachgerecht installiert, beeinträchtigen sie das Powertrain Control Module (PCM) oder die Getriebefunktion. Besonders auf nachträgliche Kabelverbindungen im PCM-Kabelbaum oder Getriebekabelbaum, ungewöhnliche Reifengrößen oder Änderungen der Achsübersetzung achten.
- Undichtigkeiten; siehe Dichtheitsprüfung.
- Gestängeeinstellungen korrigieren; siehe Abschnitt.
Prüfung des Schaltgestänges
Auf Fehleinstellung des Schaltgestänges prüfen, indem die Rastungen des Getriebewahlhebels mit denen des Handhebels am Getriebe verglichen werden. Stimmen sie überein, liegt die Fehleinstellung im Anzeigemechanismus. Das Schaltgestänge nicht einstellen.
Hydraulische Leckage am Handschieberventil kann zu verzögerten Eingriffen und/oder Schlupf im Betrieb führen, wenn das Gestänge nicht korrekt eingestellt ist. Einstellung des Schaltgestänges siehe Abschnitt.
TSBs und OASIS prüfen
Alle technischen Serviceinformationen (TSB) und OASIS-Meldungen prüfen, die das Getriebeproblem betreffen, und das jeweils beschriebene Verfahren befolgen.
On-Board-Diagnose durchführen (KOEO, KOER)
Nach einer Probefahrt bei warmem Fahrzeug und vor dem Abziehen von Steckverbindungen den Quick-Test mit dem Diagnosegerät durchführen. Siehe Handbuch Powertrain Control/Emissions Diagnosis (PC/ED).
Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum Ford Mustang: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.