Schwungrad/Antriebsplatte – Ausbau, Prüfung und Einbau
Hinweis: Laut Hersteller sollten die Befestigungsschrauben der Schwungrad-/Antriebsplatte nach dem Lösen erneuert werden. Zum Einstreichen der Schraubengewinde ist ein geeignetes Schraubensicherungsmittel erforderlich.
Ausbau
1 Falls der Motor eingebaut ist, Kupplung bzw. Automatikgetriebe ausbauen, je nach Ausstattung.
2 Schwungrad/Antriebsplatte gegen Drehen sichern, indem der Zahnkranz verklemmt oder ein Band zwischen Schwungrad/Antriebsplatte und Zylinderblock verschraubt wird.
3 Markierungen an Schwungrad/Antriebsplatte und Kurbelwellenende anbringen, damit das Schwungrad/Antriebsplatte in der ursprünglichen Position wieder eingebaut werden kann.
4 Befestigungsschrauben lösen und Schwungrad/Antriebsplatte abnehmen. Nicht fallen lassen, da sie sehr schwer ist. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe vom Typ A4LD kann die Antriebsplatte je nach Modell mit einer oder zwei Verstärkungsplatten befestigt sein.
5 Bei Bedarf die Motoradapterplatte von den Passstiften abziehen (siehe Abbildung).

26.5 Motoradapterplatte abziehen
Prüfung
6 Bei ausgebautem Schwungrad/Antriebsplatte kann der Zahnkranz auf Verschleiß und Beschädigung geprüft werden.
7 Ist der Zahnkranz stark verschlissen oder weist er fehlende Zähne auf, muss er erneuert werden. Der alte Zahnkranz lässt sich von Schwungrad/Antriebsplatte abnehmen, indem mit einer Eisensäge eine Kerbe zwischen zwei Zähnen eingesägt und der Ring anschließend mit einem Kaltmeißel gesprengt wird. Dabei Augenschutz tragen.
8 Zum Einbau eines neuen Zahnkranzes muss dieser auf 204 °C (400 °F) erwärmt werden. Dazu vier gleichmäßig verteilte Stellen des Zahnkranzes blank schleifen, den Zahnkranz auf eine hitzebeständige Unterlage (z. B. Schamottesteine) legen und mit einer Lötlampe oder einem Brenner gleichmäßig erhitzen, bis die blank geschliffenen Stellen eine leichte gelbliche Verfärbung annehmen. Nicht überhitzen, sonst geht die Verschleißfestigkeit verloren. Die Innenkante des Zahnkranzes ist abgefast und muss an der Schulter des Schwungrads anliegen. Ist der Zahnkranz heiß genug, diesen rasch in Position bringen, bei Bedarf mit einem Hammer eintreiben und an der Luft natürlich abkühlen lassen, nicht abschrecken.
Einbau
9 Den Einbau von Schwungrad/Antriebsplatte beginnen, indem – falls zutreffend – die Motoradapterplatte auf die Passstifte an der Rückseite des Zylinderblocks aufgesetzt wird.
10 Sicherstellen, dass die Anlageflächen sauber sind, anschließend das Schwungrad/die Antriebsplatte auf der Rückseite der Kurbelwelle positionieren und dabei die zuvor angebrachten Markierungen ausrichten (siehe Abbildung).

26.10 Schwungrad auf der Kurbelwelle positioniert
11 Die Gewinde der Befestigungsschrauben mit einem flüssigen Schraubensicherungsmittel bestreichen und die Schrauben einsetzen. Laut Hersteller sind neue Schrauben zu verwenden. Falls zutreffend, bei Automatikgetrieben vom Typ A4LD die Verstärkungsplatte(n) wieder einbauen. 12 Schwungrad/Antriebsplatte wie in Absatz 2 beschrieben gegen Drehen sichern und die Befestigungsschrauben in diagonaler Reihenfolge auf das vorgeschriebene Drehmoment festziehen (siehe Abbildung).

26.12 Ein Band verwenden, um das Schwungrad beim Festziehen der Befestigungsschrauben am Drehen zu hindern
13 Falls der Motor eingebaut ist, Kupplung bzw. Automatikgetriebe wieder einbauen, je nach Ausstattung.
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