SOHC-Motoren

Motor zerlegen, prüfen, instand setzen und zusammenbauen – Allgemeines

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Zerlegen
1 Am besten den Motor auf einem Montageständer befestigen. Steht kein Montageständer zur Verfügung, den Motor auf einer stabilen Werkbank in bequemer Arbeitshöhe abstellen. Ist auch das nicht möglich, muss der Motor auf dem Boden zerlegt werden.

2 Sauberkeit ist sehr wichtig. Ist der Motor verschmutzt, sollte er in aufrechter Position mit Petroleum gereinigt werden.

3 Am Motor nicht direkt auf einem Betonboden arbeiten, da Schmutzpartikel eine häufige Fehlerquelle sind.

4 Ausgebaute Teile in einem Petroleumbad reinigen. Teile mit inneren Ölkanälen jedoch nicht in Petroleum tauchen, da es sich darin nur schwer entfernen lässt und meist ein Hochdruckschlauch nötig ist. Ölkanäle mit Nylon-Reinigungsbürsten säubern.

5 Es empfiehlt sich, geeignete Behälter bereitzuhalten, in denen kleine Teile je nach Verwendung getrennt aufbewahrt werden. Das erleichtert den späteren Zusammenbau und verhindert Verluste.

6 Immer einen kompletten Satz neuer Dichtungen für den Zusammenbau des Motors besorgen. Die alten Dichtungen aufbewahren, damit sie notfalls als Vorlage für eine Ersatzanfertigung dienen können, falls keine neue Dichtung erhältlich ist.

7 Nach Möglichkeit Muttern, Schrauben und Unterlegscheiben nach dem Ausbau der jeweiligen Bauteile wieder an ihren Stellen befestigen. Das schützt die Gewinde und verhindert Verluste.

8 Unbrauchbare Bauteile aufbewahren, um sie mit den gelieferten neuen Teilen vergleichen zu können.

9 Zum Lösen der Ölpumpenschrauben, der Steuerriemenspannerschrauben bei frühen Modellen (bis Mitte 1985) und der Zylinderkopfschrauben bei frühen Modellen (bis Anfang 1984) werden passende Keilprofil-Steckschlüssel benötigt. Zum Lösen der Zylinderkopfschrauben bei späteren Modellen (ab Anfang 1984) wird ein Torx-Steckschlüssel der Größe T55 benötigt.

10 Vor dem Zerlegen der wesentlichen Motorbauteile können die folgenden außen angebauten Nebenaggregate ausgebaut werden. Dabei die entsprechenden Kapitel dieses Handbuchs und gegebenenfalls die relevanten Abschnitte dieses Kapitels beachten:
Ansaugkrümmer (und Vergaser, falls vorhanden)
Abgaskrümmer
Kraftstoffpumpe und Betätigungsstößel (falls vorhanden)
Generator
Verteiler, Hochspannungskabel und Zündkerzen
Kühlmittelpumpe, Thermostat und Gehäuse
Geber für Temperaturanzeige und Schalter für Öldruckwarnleuchte
Ölfilter
Ölmessstab
Motorlagerkonsolen (siehe Abbildung)

18.10a Removing the right-hand engine mounting bracket
18.10a Rechte Motorlagerkonsole ausbauen

Kurbelgehäuseentlüftungsventil und Ölabscheider
Kupplung
Generatorkonsole (siehe Abbildung)

18.10b Removing the alternator mounting bracket
18.10b Generatorkonsole ausbauen

Prüfen und Instandsetzen
11 Nach vollständigem Zerlegen des Motors alle Bauteile reinigen und auf Verschleiß prüfen. Jedes Teil muss geprüft und gegebenenfalls gemäß den jeweiligen Abschnitten erneuert oder instand gesetzt werden. Hauptlager- und Pleuellagerschalen grundsätzlich erneuern, es sei denn, sie weisen nachweislich nur geringen Verschleiß auf und befinden sich in einwandfreiem Zustand.

12 Ist man unsicher, ob ein noch funktionsfähiges Bauteil erneuert werden sollte, sollte man den Zeit- und Arbeitsaufwand bedenken, der entsteht, falls es bald ausfällt.

Das Alter und die zu erwartende Lebensdauer des Fahrzeugs müssen die anzuwendenden Maßstäbe natürlich beeinflussen.

13 Dichtungen, Wellendichtringe und O-Ringe müssen grundsätzlich immer erneuert werden. Schwungradschrauben und Torx-Zylinderkopfschrauben müssen erneuert werden, da sie hohen Belastungen ausgesetzt sind.

14 Die Motor-Verschlussstopfen sollten erneuert werden, solange sie leicht zugänglich sind.

Die alten Stopfen mit Hammer und Meißel oder Körner herausschlagen. Die Sitze der Stopfen reinigen, die neuen Stopfen mit Dichtmittel bestreichen und gerade in ihre Position einschlagen.

Zusammenbau
15 Damit ein instand gesetzter Motor eine lange Lebensdauer ohne Probleme erreicht, muss nicht nur alles korrekt montiert werden, sondern alles muss auch peinlich sauber sein. Alle Ölkanäle müssen frei sein, und Sicherungsscheiben sowie Federscheiben müssen dort eingebaut werden, wo es vorgesehen ist. Alle Lager und sonstigen Gleitflächen während der Montage gründlich mit sauberem Motoröl schmieren.

16 Vor Beginn der Montage alle Schrauben und Stehbolzen mit beschädigten Gewinden erneuern.

17 Drehmomentschlüssel, Ölkanne, sauberes Putztuch sowie einen Satz neuer Motordichtungen und Wellendichtringe und einen neuen Ölfilter bereitlegen.

18 Falls sie ausgebaut wurden, werden neue Torx-Zylinderkopfschrauben und neue Schwungradschrauben benötigt.

19 Nach dem Zusammenbau der wesentlichen Motorbauteile die aufgeführten Nebenaggregate wieder anbauen und dabei gegebenenfalls die entsprechenden Kapitel beachten. Empfindliche Teile wie Generator und Verteiler können auf Wunsch auch erst nach dem Einbau des Motors montiert werden.

20 Wurde der Ölabscheider der Kurbelgehäuseentlüftung ausgebaut, vor dem Einpressen in den Zylinderblock Flüssigdichtmittel auf sein Rohr auftragen.

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