Zylinderblock und Zylinderbohrungen – Prüfung und Instandsetzung
1 Die Zylinderbohrungen müssen auf Konizität, Unrundheit, Riefen und Kratzer geprüft werden. Zuerst das obere Ende der Bohrungen untersuchen. Sind sie verschlissen, ist an dieser Stelle ein leichter Grat zu erkennen, der den oberen Umkehrpunkt des Kolbenrings markiert. Bei starkem Verschleiß hat der Motor einen hohen Ölverbrauch, begleitet von blauem Rauch aus dem Auspuff.
2 Falls verfügbar, mit einer Innenmessuhr den Bohrungsdurchmesser knapp unterhalb des Grats messen und mit dem Durchmesser am unteren, nicht verschlissenen Ende der Bohrung vergleichen. Beträgt die Differenz mehr als 0,152 mm (0,006 in), müssen die Zylinder in der Regel auf Übermaß ausgebohrt und neue Kolben im Übermaß eingebaut werden.
3 Wird der Verschleißgrad nicht als Grund für ein Ausbohren angesehen, können handelsübliche Ölabstreifringe für die vorhandenen Kolben verwendet werden.
Die Verbesserung durch solche Ringe ist jedoch möglicherweise nur von kurzer Dauer.
4 Werden neue Kolben oder Kolbenringe in alte Bohrungen eingebaut, sind die Bohrungen mit Schleifpapier oder einem „Glaze-Buster“-Werkzeug zu entglasen. Ziel ist ein feines Kreuzschliffbild, damit sich die neuen Ringe einlaufen können.
5 Befindet sich am oberen Ende der Bohrung ein Grat und werden neue Kolbenringe eingebaut, muss entweder der oberste Kolbenring stufenförmig ausgeführt sein („Ridge-Dodger“-Ausführung) oder der Grat mit einer Gratreibahle entfernt werden. Bleibt der Grat bestehen, kann der Kolbenring daran anschlagen und brechen.
6 Kurbelgehäuse und Zylinderblock gründlich auf Risse und Beschädigungen prüfen und alle Ölkanäle und Kühlmittelkanäle mit einem Stück Draht auf Durchgängigkeit prüfen.
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