Motor

Katalysatorwirkungsgrad unter Schwellenwert

~7Min. Lesezeit
Catalyst System Efficiency Below Threshold

ÜBERWACHUNGSBESCHREIBUNG

Das ECM überwacht die Wirksamkeit des Dreiwege-Katalysators (TWC) mithilfe der Sensoren vor und hinter dem Katalysator. Der erste Sensor, ein Luft-Kraftstoff-Verhältnis-Sensor (A/F), sendet die Informationen zum Luft-Kraftstoff-Verhältnis vor dem Katalysator an das ECM. Der zweite Sensor, eine beheizte Lambdasonde (HO2S), sendet die Informationen nach dem Katalysator an das ECM.

Das ECM vergleicht diese beiden Signale, um die Wirksamkeit des Katalysators und seine Sauerstoffspeicherfähigkeit zu beurteilen. Im normalen Betrieb speichert und gibt der TWC bei Bedarf Sauerstoff ab. Die Speicherfähigkeit führt zu geringen Schwankungen im Abgasstrom nach dem TWC.

Wenn der Katalysator ordnungsgemäß arbeitet, wechselt das Signal der HO2-Sonde langsam zwischen FETT und MAGER. Ist der Katalysator verschlechtert, wechselt das Signal häufig zwischen FETT und MAGER. Mit nachlassendem Wirkungsgrad sinkt die Sauerstoffspeicherfähigkeit des Katalysators und sein Ausgangssignal wird stärker schwankend. Beim Ausführen der Überwachung vergleicht das ECM die Signale des Sensors 1 (A/F-Sensor) über einen bestimmten Zeitraum, um den Katalysatorwirkungsgrad zu bestimmen. Das ECM berechnet zuerst die Signallänge beider Sensoren (bei der hinteren Lambdasonde verwendet das ECM die Länge des Ausgangsspannungssignals). Ist die Länge des Ausgangsspannungssignals der Lambdasonde größer als der Schwellenwert (der Schwellenwert wird anhand der Signallänge des A/F-Sensors berechnet), schließt das ECM auf einen Katalysatorfehler. Das ECM schaltet die MFL ein und speichert einen DTC.

Catalyst System Efficiency Below Threshold

HINWEIS:

  • Bank 1 bezeichnet die Zylinderbank, die Zylinder Nr. 1 enthält.
  • Bank 2 bezeichnet die Zylinderbank, die Zylinder Nr. 1 nicht enthält.
  • Sensor 1 bezeichnet den Sensor, der dem Motor am nächsten liegt.
  • Sensor 2 bezeichnet den Sensor, der am weitesten vom Motor entfernt liegt.

ÜBERWACHUNGSSTRATEGIE

MONITOR STRATEGY

TYPISCHE FREIGABEBEDINGUNGEN

TYPICAL ENABLING CONDITIONS

TYPISCHE FEHLERSCHWELLEN

TYPICAL MALFUNCTION THRESHOLDS

ERGEBNIS DER ÜBERWACHUNG

Siehe ÜBERPRÜFEN DES ÜBERWACHUNGSSTATUS (siehe Seite ES-19).

KONDITIONIERUNG FÜR SENSORPRÜFUNG

HINWEIS:

Führen Sie vor der Prüfung der Signalverläufe der A/F- und HO2-Sensoren den unten beschriebenen Vorgang mit den angegebenen Motordrehzahlen und Zeitdauern durch. So werden die Sensoren ausreichend aktiviert, um aussagekräftige Prüfergebnisse zu erhalten.

CONDITIONING FOR SENSOR TESTING

1. Intelligenten Tester an den DLC3 anschließen (Verfahren "A").

2. Motor starten und mit allen ausgeschalteten Verbrauchern warmlaufen lassen, bis die Motorkühlmitteltemperatur stabil ist (Verfahren "B").

3. Motor mindestens 3 Minuten lang mit einer Drehzahl zwischen 2500 U/min und 3000 U/min laufen lassen (Verfahren "C").

4. Motor 2 Sekunden lang mit 3000 U/min und 2 Sekunden lang mit 2000 U/min laufen lassen und dabei die Signalverläufe der A/F- und HO2-Sensoren mit dem Tester prüfen (Verfahren "D").

HINWEIS:

  • Wenn sich eine der Ausgangsspannungen des Luft-Kraftstoff-Verhältnis-Sensors (A/F) oder der beheizten Lambdasonde (HO2) nicht ändert oder einer der Sensoren Geräusche verursacht, ist der Sensor möglicherweise fehlerhaft.
  • Bleiben die Ausgangsspannungen beider Sensoren dauerhaft mager oder fett, kann das Luft-Kraftstoff-Verhältnis extrem mager oder fett sein. Führen Sie in diesem Fall die folgende A/F-REGELUNG mit dem intelligenten Tester durch.
  • Ist der Dreiwege-Katalysator (TWC) verschlechtert, schwankt die Ausgangsspannung der HO2-Sonde (hinter dem TWC) auch unter normalen Fahrbedingungen häufig auf und ab (aktive Regelung des Luft-Kraftstoff-Verhältnisses wird nicht ausgeführt).
CONDITIONING FOR SENSOR TESTING

1. A/F-REGELUNG

HINWEIS:

Nur intelligenter Tester: Fehlerhafte Bereiche können durch Ausführen der Funktion A/F-REGELUNG im AKTIVTEST ermittelt werden. Die Funktion A/F-REGELUNG hilft festzustellen, ob der Luft-Kraftstoff-Verhältnis-Sensor (A/F), die beheizte Lambdasonde (HO2) oder andere mögliche Fehlerquellen defekt sind.

Die folgenden Anweisungen beschreiben, wie die A/F-REGELUNG mit einem intelligenten Tester durchgeführt wird.

(a) Schließen Sie den intelligenten Tester an den DLC3 an.

(b) Starten Sie den Motor und schalten Sie den Tester ein.

(c) Motor bei einer Drehzahl von 2500 U/min etwa 90 Sekunden warmlaufen lassen.

(d) Am Tester folgende Menüpunkte auswählen: DIAGNOSE / ENHANCED OBD II / AKTIVTEST / A/F-REGELUNG.

(e) A/F CONTROL bei Leerlauf des Motors durchführen (RECHTS- oder LINKS-Taste drücken, um die Einspritzmenge zu verändern).

(f) Die Spannungsausgänge des A/F- und des HO2-Sensors (AFS B1S1 und O2S B1S2 bzw. AFS B2S1 und O2S B2S2) am Tester überwachen.

HINWEIS:

  • Der Vorgang A/F CONTROL senkt die Einspritzmenge um 12,5 % oder erhöht die Einspritzmenge um 25 %.
  • Jeder Sensor reagiert entsprechend den Erhöhungen und Verringerungen der Kraftstoffeinspritzmenge.

Sollspannung

ACHTUNG: Der Luft-Kraftstoff-Verhältnis-Sensor (A/F) hat eine Ausgangsverzögerung von einigen Sekunden, und die beheizte Lambdasonde (HO2) hat eine maximale Ausgangsverzögerung von etwa 20 Sekunden.
A/F CONTROL
A/F CONTROL
  • Durch Ausführen des Verfahrens A/F CONTROL können Techniker die Spannungsausgänge des A/F-Sensors und des HO2-Sensors prüfen und grafisch darstellen.
  • Um das Diagramm anzuzeigen, am Tester die folgenden Menüpunkte auswählen: DIAGNOSIS / ENHANCED OBD II / ACTIVE TEST / A/F CONTROL / USER DATA / AFS B1S1 und O2S B1S2 bzw. AFS B2S1 und O2S B2S2. Die Taste YES und danach die Taste ENTER drücken. Anschließend die Taste F4 drücken.

PRÜFABLAUF

HINWEIS:

Freeze-Frame-Daten mit dem intelligenten Tester auslesen. Das ECM speichert Fahrzeug- und Fahrinformationen als Freeze-Frame-Daten in dem Moment, in dem ein DTC gespeichert wird. Bei der Fehlersuche helfen Freeze-Frame-Daten festzustellen, ob sich das Fahrzeug in Fahrt oder im Stillstand befand, ob der Motor warm war, ob das Luft-Kraftstoff-Verhältnis mager oder fett war sowie weitere Daten, die zum Zeitpunkt der Störung aufgezeichnet wurden.

1 PRÜFEN, OB WEITERE DTCS AUSGEGEBEN WERDEN (ZUSÄTZLICH ZU DTC P0420 UND/ODER P0430)

(a) Schließen Sie den intelligenten Tester an den DLC3 an.

(b) Zündschalter auf EIN stellen und das Prüfgerät einschalten.

(c) Folgende Menüpunkte auswählen: DIAGNOSIS / ENHANCED OBD II / DTC INFO / CURRENT CODES.

(d) DTCs auslesen.

Ergebnis

HINWEIS:

Werden andere DTCs als P0420 oder P0430 ausgegeben, zuerst diese DTCs beheben.

2 AKTIVTEST MIT INTELLIGENTEM TESTER DURCHFÜHREN (A/F-REGELUNG)

(a) Schließen Sie den intelligenten Tester an den DLC3 an.

(b) Starten Sie den Motor und schalten Sie den Tester ein.

(c) Motor bei einer Drehzahl von 2500 U/min etwa 90 Sekunden warmlaufen lassen.

(d) Am Tester folgende Menüpunkte wählen: DIAGNOSIS / ENHANCED OBD II / ACTIVE TEST / A/F CONTROL.

(e) A/F CONTROL bei Leerlauf des Motors durchführen (RECHTS- oder LINKS-Taste drücken, um die Einspritzmenge zu verändern).

(f) Die Spannungsausgänge des A/F- und des HO2-Sensors (AFS B1S1 und O2S B1S2 bzw. AFS B2S1 und O2S B2S2) am Tester überwachen.

HINWEIS:

  • Der Vorgang A/F CONTROL senkt die Einspritzmenge um 12,5 % oder erhöht die Einspritzmenge um 25 %.
  • Jeder Sensor reagiert entsprechend den Erhöhungen und Verringerungen der Kraftstoffeinspritzmenge.

Sollspannung

Ergebnis

Mager: Bei A/F CONTROL liegt die Ausgangsspannung des A/F-Sensors (AFS) dauerhaft über 3,35 V und die Ausgangsspannung des HO2-Sensors (O2S) dauerhaft unter 0,4 V.

Fett: Bei A/F CONTROL liegt die AFS dauerhaft unter 3,0 V und die O2S dauerhaft über 0,55 V.

Mager/Fett: Während der A/F-REGELUNG im AKTIVTEST wechselt die Ausgangsspannung der HO2-Sonde korrekt.

3 AUF ABGASLECKAGE PRÜFEN

OK: Kein Gasaustritt.

DREIWEGE-KATALYSATOR (ABGASKRÜMMER LINKS ODER RECHTS) ERSETZEN

Testen Sie sich

Ein kurzes Quiz zum Toyota Sienna: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.