Elektronische Fahrwerksvermessung
- Zusätzliche Arbeiten zur Sturzkorrektur
- Hinterachse einstellen
- Vorspur an der Vorderachse einstellen
- Vergiftungsgefahr bei Verschlucken oder Aufnahme von Öl über die Haut
- Allgemeine Informationen und Definitionen
- KDS Fahrwerks-/Spurvermessung mit Fahrzeugbeladung bis zur Sollposition
- KDS Spurvermessung mit Fahrzeughöhenmessung ohne Fahrzeugbeladung
- Fahrzeug in die Sollposition bringen
- Hinweise zum Austausch von Lenkgetriebe/Lenksäule/Lenkwelle nach Unfallschaden
- Hinterachse: Spurprüfung muss nach folgenden Arbeiten durchgeführt werden
- Verletzungsgefahr bei Kontakt von Öl mit Augen und Haut
- Sicherheitshinweise für Arbeiten an Fahrzeugen mit Motorautomatik-Start-Stopp-Funktion (MSA)
- Sicherheitshinweise zum Umgang mit Öl
Zusätzliche Arbeiten zur Sturzkorrektur
WICHTIG: Änderungen der Achsgeometrie infolge von Unfällen dürfen auf keinen Fall durch Sturzeinstellung korrigiert werden!HINWEIS: Das Achsschenkellager darf nur dann ersetzt werden, wenn der Sturz nach der Spureinstellung außerhalb der vorgegebenen Toleranz liegt.
Notwendige Vorarbeiten:
Vorspur einstellen.
Sturzwerte prüfen; gegebenenfalls Achsschenkellager erneuern.
HINWEIS: Sturzkorrektur-Achsschenkellager sind mit einem -/+ und gegebenenfalls mit einer Farbkennzeichnung/Teilenummer an Position (1) gekennzeichnet

Diese Sturzkorrektur-Achsschenkellager dienen zur Korrektur der Sturzwerte um 30 Winkelminuten. Nur verwenden, wenn die Toleranzwerte über- oder unterschritten werden!
Hinweis nach dem Einbau:
- Geradeauslauf des Fahrzeugs prüfen; gegebenenfalls Vorspureinstellung wiederholen.
Hinterachse einstellen
HINWEIS: Eine Sturzänderung bedeutet immer auch eine Spuränderung. Der Sturz muss daher zuerst eingestellt werden.
Sturz einstellen:
Mutter (1) und Exzenterschraube (2) erneuern und auf 5 N·m anziehen.
Exzenterschraube (2) drehen, um den Sturz auf den Sollwert einzustellen.
Mutter (1) festziehen.

Spur einstellen:
Mutter (2) und Exzenterschraube (1) erneuern und auf 5 N·m anziehen.
Exzenterschraube (1) drehen, um die Spur auf den Sollwert einzustellen.
Mutter (2) festziehen.

Vorspur an der Vorderachse einstellen
HINWEIS: Sturz und Vorspur beeinflussen sich gegenseitig. Zuerst die Vorspur einstellen, um das Einstellverfahren zu vereinfachen.
Ausführung mit Aktivlenkung:
- Lenkrad ausrichten.
- Gesamtlenkwinkel mithilfe der Servicefunktion "Erstinbetriebnahme/Abgleich Aktivlenkung durchführen" auf "null" einstellen.
- Falls erforderlich, mit Lenkradarretierung sichern.
Ausführung ohne Aktivlenkung:
Vordere UNTERBODENVERKLEIDUNG ausbauen.
Lenkung anhand der Markierungen an Abdeckung (1) und Lenkgetriebe (2) in die Geradeausstellung bringen.
Lenkrad ausrichten und mit Lenkradarretierung sichern.

Gewinde an der Spurstange reinigen.
Klemmmutter (2) lösen und dabei das Spurstangenende (1) festhalten.
Klemme (4) entfernen.
Spurstange (3) drehen, um die Vorspur auf den Sollwert einzustellen.
Ausführung mit Aktivlenkung: Gesamtlenkwinkel prüfen; falls erforderlich, auf "null" einstellen.
Spurwerte prüfen, bei Bedarf Einstellung wiederholen.
Klemmmutter (2) festziehen.
Klemme (4) montieren.

Nach dem Einbau:
- Geradeauslauf des Fahrzeugs prüfen; falls erforderlich, Spureinstellung wiederholen.
Vergiftungsgefahr bei Verschlucken oder Aufnahme von Öl über die Haut
Vergiftungsgefahr! Das Verschlucken von Öl oder die Aufnahme über die Haut kann zu Vergiftungen führen!
Mögliche Symptome sind:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Magenschmerzen
- Erbrechen
- Durchfall
- Krämpfe/Krampfanfälle
- Bewusstlosigkeit
Schutzmaßnahmen/Verhaltensregeln:
- Öl nur in entsprechend gekennzeichnete Behälter füllen
- Öl nicht in Trinkgefäße füllen (Getränkeflaschen, Gläser, Tassen oder Becher)
- Landesspezifische Sicherheitsvorschriften beachten
Erste-Hilfe-Maßnahmen:
- Kein Erbrechen herbeiführen.
Ist die betroffene Person noch bei Bewusstsein, muss sie den Mund mit Wasser ausspülen, reichlich Wasser trinken und sofort einen Arzt aufsuchen.
Ist die betroffene Person bewusstlos, nichts oral verabreichen, in die stabile Seitenlage bringen und sofort ärztliche Hilfe holen.
VORDERACHSE + LENKUNG: NACH FOLGENDEN ARBEITEN MUSS EINE ACHSVERMESSUNG DURCHGEFÜHRT WERDEN

Nach folgenden Arbeiten muss eine SPURWINKELPRÜFUNG durchgeführt werden:
Folgende Schraubverbindungen lösen:
- Lenkgetriebe an Vorderachsträger
- Querlenker an Vorderachsträger
- Spurstangenkopf an Spurstange
Folgende Bauteile ersetzen:
- Lenkgetriebe (1)
- Vorderachsträger (2)
- Querlenker, unten (3)
- Achsschenkel (4)
- Spurstangenkopf (5)
- Spurstange (6)
ALLGEMEINE DEFINITIONEN FAHRWERK UND AUFHÄNGUNG

Allgemeine Informationen und Definitionen
Spurdifferenzwinkel
a - Spurdifferenzwinkel
D - Mittelpunkt des Wendekreises
Der Spurdifferenzwinkel ist der Winkelunterschied zwischen dem kurveninneren und dem kurvenäußeren Rad bei Kurvenfahrt. Die Lenkung ist so ausgelegt, dass sich die Radstellung mit zunehmendem Lenkeinschlag verändert.
Eine korrekt eingestellte Spurdifferenz ergibt unter Berücksichtigung der werkseitigen Toleranzen gleiche Werte für Links- und Rechtseinschlag.

Der Spurdifferenzwinkel gibt Auskunft über die korrekte Funktion des Lenktrapezes beim Ein- oder Ausschlag nach links bzw. rechts aus der Mittelstellung.
Sturz
Neigung des Rades gegenüber der Senkrechten.

Vorspur
Verringerung des Abstands zwischen den Vorderkanten der Vorderräder gegenüber den Hinterkanten der Vorderräder. Die Vorspur verhindert, dass sich die Räder während der Fahrt auseinanderbewegen, und somit:
- dass die Räder flattern und schleifen
- übermäßiger Reifenverschleiß
- übermäßige Belastung des Lenkgestänges und seiner Gelenke
- schwergängige Lenkung
Die Messung erfolgt im "Geradeauslauf".

Nachlauf
Ist die Neigung der Lenkachse in Fahrtrichtung, von der Seite betrachtet. Die Linie durch den Mittelpunkt des Federbeinlagers und das Kugelgelenk des Querlenkers entspricht der "Lenkachse".
Dank des Nachlaufs werden die Räder gezogen und nicht geschoben. Ähnlich wie beim Lenkrollradius entstehen beim Kurvenfahren Rückstellkräfte, die die Räder wieder in die Geradeausstellung zurückführen.

Geometrische Fahrachse 1
Ist die Winkelhalbierende der gesamten Hinterachsspur.
Die Messungen an den Vorderrädern werden auf diese Achse bezogen.
Symmetrieachse 2
Mittellinie, die durch Vorder- und Hinterachse verläuft.

Radversatz
Winkel, um den ein Vorderrad gegenüber dem anderen Vorderrad nach vorn oder hinten versetzt ist. Der Radversatzwinkel ist positiv, wenn das rechte Rad nach vorn versetzt ist, und negativ, wenn es nach hinten versetzt ist.

Lenkrollradius/Störkrafthebelarm
Ist der Abstand von der Mitte der Radaufstandsfläche zum Schnittpunkt der Verlängerung der Lenkachse. Die Linie durch den Mittelpunkt des Federbeinlagers und das Kugelgelenk des Querlenkers entspricht der "Lenkachse".
Der Lenkrollradius wird durch Sturz, Lenkachswinkel und Felgeneinpresstiefe beeinflusst.

IDENTIFIKATION DER FAHRWERKSAUSFÜHRUNG OHNE KENNZEICHNUNG
HINWEIS: Besitzt das vordere Federbein keine Kennzeichnung zur Fahrwerksidentifikation, kann die Fahrwerksausführung anhand der Teilenummer ermittelt werden.
KDS Fahrwerks-/Spurvermessung mit Fahrzeugbeladung bis zur Sollposition
WICHTIG: Spureinstellung nur im DIN-Lastzustand durchführen: Wenn die technischen Voraussetzungen für die Vermessung mit Eingabe der Fahrzeughöhe nicht erfüllt sind. Wenn es sich um ein unfallbeschädigtes Fahrzeug handelt. HINWEIS: ALLGEMEINE INFORMATIONEN UND DEFINITIONEN lesen und beachten. ALLGEMEINE FAHRWERKSDEFINITION lesen und beachten. KDS-DATENSTÄNDE aktualisieren. Einhaltung der PRÜFBEDINGUNGEN prüfen, Fahrzeug gegebenenfalls instand setzen.- Falls erforderlich, Hebebühne vorbereiten.
- Fahrzeug auf die Hebebühne fahren.
HINWEIS: Die Vorder- und Hinterräder müssen mittig auf den Drehplatten und Schiebeplatten stehen.
HINWEIS: Drehplatten können je nach Hersteller von der Abbildung abweichen!

HINWEIS: Fahrzeuge mit Aktivlenkung: Aktivlenkung vor der Achsvermessung in Betrieb nehmen! Bei Fahrzeugen mit Schräglaufwinkelregelung an der Hinterachse: Die Servicefunktion "Aktuator HSR in Mittelstellung fahren" ist in der Inbetriebnahme der Aktivlenkung enthalten.
Messaufnehmer/Höhenmarkierungen am Fahrzeug anbringen (Vorgaben der jeweiligen Gerätehersteller beachten).
WICHTIG: Nur Schnellverbinder mit Polsteuerstiften (1) verwenden. Aufgrund übermäßiger Messungenauigkeit sind andere Schnellspannvorrichtungen nicht zulässig! Abbildung des KDS II Messaufnehmers
- Kunden- und Fahrzeugdaten eingeben.
- Fahrwerksausführung ermitteln und Fahrzeug auswählen.
- Reifenfülldruck und Profiltiefe eingeben.
- FAHRZEUG IN DIE KONSTRUKTIONSLAGE BRINGEN.
- Bremspedal-Feststeller montieren.

- Arretierstifte von Drehplatten und Schiebeplatten entfernen.
- Eingangsmessung gemäß Anweisung des Geräteherstellers durchführen.
- Falls erforderlich, Vorderachse und Hinterachse einstellen.
- Ausgangsmessung gemäß Anweisung des Geräteherstellers durchführen.
- Messprotokoll speichern und ausdrucken.
- Arretierstifte in Drehplatten und Schiebeplatten einsetzen.
- Fahrwerks-/Achsvermessungssystem entfernen.
KDS-DATENSTÄNDE
Sollwerte für die Achsvermessung werden nicht in ISTA veröffentlicht.
Die aktuellen Sollwerte stehen im Werkstatt-Ausrüstungsportal zur Verfügung.
KDS Spurvermessung mit Fahrzeughöhenmessung ohne Fahrzeugbeladung
WICHTIG: Spureinstellung nicht im unbeladenen Fahrzeug durchführen. Wenn die technischen Voraussetzungen für die Vermessung mit Eingabe der Fahrzeughöhe nicht erfüllt sind. Wenn es sich um ein unfallbeschädigtes Fahrzeug handelt. HINWEIS: ALLGEMEINE INFORMATIONEN UND DEFINITIONEN lesen und beachten. ALLGEMEINE FAHRWERKSDEFINITION lesen und beachten. KDS-DATENSTÄNDE aktualisieren. Einhaltung der PRÜFBEDINGUNGEN prüfen, Fahrzeug gegebenenfalls instand setzen.- Falls erforderlich, Hebebühne vorbereiten.
- Fahrzeug auf die Hebebühne fahren.
HINWEIS: Die Vorder- und Hinterräder müssen mittig auf den Drehplatten und Schiebeplatten stehen.
HINWEIS: Drehplatten können je nach Hersteller von der Abbildung abweichen!

HINWEIS:
- Fahrzeuge mit Aktivlenkung: Aktivlenkung vor der Achsvermessung in Betrieb nehmen.
Bei Fahrzeugen mit Hinterachs-Schwimmwinkelregelung: Die Servicefunktion "HSR-Steller in Mittelstellung fahren" ist im Rahmen der Inbetriebnahme der Aktivlenkung enthalten.
Messaufnehmer/Höhenmarkierungen am Fahrzeug anbringen (Vorgaben der jeweiligen Gerätehersteller beachten).
WICHTIG: Nur Schnellverbinder mit Polsteuerstiften (1) verwenden. Aufgrund übermäßiger Messungenauigkeit sind andere Schnellspannvorrichtungen nicht zulässig! Abbildung des KDSII Messaufnehmers!
- Kunden- und Fahrzeugdaten eingeben
- Fahrwerksversion ermitteln und Fahrzeug auswählen
- Reifenfülldruck und Profiltiefe eingeben
- FAHRZEUGHÖHE mit Maßband messen (nur Beissbarth KDSII Achsvermessungsanlage). Liegt die Fahrzeughöhe außerhalb des Toleranzbereichs (+40/-20 mm), das Fahrzeug entsprechend beladen oder entladen, um es in dieses Höhenfenster zu bringen.
- Bremspedal-Feststeller montieren.

- Arretierstifte von Drehplatten und Schiebeplatten entfernen.
- Eingangsmessung gemäß Anweisung des Geräteherstellers durchführen.
- Falls erforderlich, Vorderachse und Hinterachse einstellen.
- Ausgangsmessung gemäß Anweisung des Geräteherstellers durchführen.
- Messprotokoll speichern und ausdrucken.
- Arretierstifte in Dreh- und Schiebeplatte einsetzen
- Fahrwerk-/Achsvermessungssystem entfernen
FAHRZEUGHÖHE MESSEN
Ist-Fahrzeughöhe (A) ermitteln – dazu Maßband unten in der Mitte an den Felgenrand (2) anlegen und bis zur unteren Kante des Radlaufs (1) messen.

Fahrzeug in die Sollposition bringen
Notwendige Vorarbeiten:
- FAHRZEUG IN NORMALPOSITION BRINGEN.
- F01/F02/F07/F11/F15/F16: Version mit Luftfederung:
- Zündschlüssel abziehen.
- Sicherung für Steuergerät der Luftversorgungseinheit ziehen.
- Gewichte im Bereich der Federbeine hinzufügen bzw. verteilen, bis die Fahrzeughöhe innerhalb der Toleranz liegt. FAHRZEUGHÖHE messen.
FAHRZEUG IN NORMALPOSITION BRINGEN
Notwendige Vorarbeiten:
- Einhaltung der PRÜFBEDINGUNGEN kontrollieren, Fahrzeug gegebenenfalls instand setzen.
- F01/F02/F04/F11/F15/F16/F85/F86: Version mit Luftfederung: FAHRZEUGHÖHENEINSTELLUNG durchführen.
- Fahrzeuginnenraum und Gepäckraum (einschließlich Reserveradmulde) auf Beladung prüfen, gegebenenfalls Fahrzeug entladen.
- DIN-Last (siehe TECHNISCHE DATEN) in das Fahrzeug einbringen.
Hinweise zum Austausch von Lenkgetriebe/Lenksäule/Lenkwelle nach Unfallschaden
Wissenswertes zum Lenkgetriebe:
Bei Unfällen oder unfallähnlichen Fahrsituationen können stoßartige Belastungen verschiedenartige Schäden an Lenkgetrieben verursachen. Ist ein Lenkgetriebe äußerlich unbeschädigt, ist ein Schaden manchmal nur mit großem Aufwand und nur schwer erkennbar. Schäden dieser Art stellen jedoch ein unakzeptables Risiko für das Fahrzeug dar, da sie zum Ausfall der Lenkung führen können.
Aufgrund des unverhältnismäßig hohen Aufwands ist es im Allgemeinen nicht sinnvoll, alle einzelnen Bauteile des Lenkgetriebes gründlich zu prüfen. Stattdessen sind andere Bauteile zu berücksichtigen, die sich leichter prüfen lassen.
Vorgehensweise Lenkgetriebe:
Das Lenkgetriebe muss ersetzt werden, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
A. Sichtbare oder feststellbare Beschädigung am Lenkgetriebe
- Version mit elektrischem Lenkgetriebe (EPS): Insbesondere das Steuergerät mit allen Steckverbindungen auf Beschädigungen und Haarrisse prüfen.
B. Unzulässiger Drehmomentanstieg und Schwergängigkeit beim Drehen des Lenkgetriebes von Anschlag zu Anschlag (ohne hydraulische/elektrische Unterstützung)
C. Zulässige Toleranzen bei der Achs-/Radvermessung überschritten (gegebenenfalls Vermessungsprotokoll mit Rechnung/Gutachten beifügen)
D. Brandschaden
E. Beschädigung, bleibende Verformung oder Brüche an:
- Radfelgen bei negativem Ergebnis der Achsvermessungsprüfung
- Federbeine, Achsschenkel, Radträger
- Querlenker
- Streben oder Hinterachs-Längslenker oder Stabilisator mit dieser Funktion
- Karosserieseitige Schraub-/Befestigungspunkte für Radführungs-/Lenkungsbauteile
- Vorderachsträger
- Lenkstockhebel
- Spurstangen
- Befestigungen des Lenkgetriebes
- Lenksäule
HINWEIS: Wird der aus Sicherheitsgründen erforderliche Austausch des Lenkgetriebes vom Kunden oder einer Versicherung aus Kostengründen abgelehnt, ist eine entsprechende Aktennotiz zu erstellen und von der Partei, die die Kosten der Unfallinstandsetzung trägt, gegenzuzeichnen.
Wissenswertes zu Lenksäule und Lenkwelle: Bei Unfällen oder unfallähnlichen Fahrsituationen können stoßartige Belastungen verschiedenartige Schäden an Lenkwellen und Lenksäulen verursachen. Ist an Lenksäule und Lenkwelle keine äußere Beschädigung erkennbar, ist ein Schaden manchmal nur mit großem Aufwand und nur schwer feststellbar.
Vorgehensweise Lenksäule und Lenkwelle: Lenksäule und Lenkwelle müssen ersetzt werden, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte zutreffen:
- Sichtbare oder feststellbare Beschädigung, Verformung oder Bruch der Lenksäule oder der Lenkwelle
- Beschädigung, bleibende Verformung oder Bruch der Spurstange
- Unzulässiger Drehmomentanstieg und Schwergängigkeit beim Drehen der Lenksäule von Endlage zu Endlage (ohne hydraulische/elektrische Unterstützung)
- Zulässige Toleranzen nach der Achsvermessung überschritten (gegebenenfalls Vermessungsprotokoll mit Rechnung/Gutachten beifügen)
- Positivprüfung auf ausgelöstes Crash-System der mechanischen Lenksäule:
Ist an der Lenksäule keine sichtbare Beschädigung erkennbar, ist die Lenksäule auf ein ausgelöstes Crash-System zu prüfen:
- Lenksäulenverriegelung öffnen
- Lenkrad zum Fahrer hin (zur Karosserie hin) herausziehen, bis die mechanische Endlage erreicht ist, dabei keine übermäßige Kraft aufwenden
- Lenkrad zum Motorraum hin (ca. 20-30 mm von der Karosserie entfernt) in die Komfortposition schieben und verriegeln. Ist beim Herausziehen der Lenksäule kein Endanschlag vorhanden oder ist die Manschette der Lenksäulenverkleidung gespannt, wurde das Crash-System ausgelöst und die Lenksäule muss erneuert werden.
HINWEIS: Wird der aus Sicherheitsgründen erforderliche Austausch von Lenksäule/Lenkwelle vom Kunden oder einer Versicherung aus Kostengründen abgelehnt, ist eine entsprechende Aktennotiz zu erstellen und von der Partei, die die Kosten der Unfallinstandsetzung trägt, gegenzuzeichnen.
WICHTIG: Die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erlischt, sobald die Funktion einer seiner sicherheitsrelevanten Komponenten beeinträchtigt ist!Diese Richtlinie ist für alle Unfallinstandsetzungen an BMW- und MINI-Fahrzeugen verbindlich!
Hinterachse: Spurprüfung muss nach folgenden Arbeiten durchgeführt werden

Nach folgenden Arbeiten muss eine SPURWINKELPRÜFUNG durchgeführt werden:
- Lösen folgender Schraubverbindungen:
- Sturzlenker am Hinterachsträger (2)
- Spurstange am Hinterachsträger (7)
- Austausch folgender Teile:
- Hinterachsträger (1)
- Spurstange (2)
- Radträger (5)
- Querlenker (6)
- Spurstange (7)
Verletzungsgefahr bei Kontakt von Öl mit Augen und Haut
Verletzungsgefahr! Kontakt mit Augen oder Haut kann zu Verletzungen führen!
Mögliche Symptome sind:
- Sehstörungen
- Augenreizung
- Hautrötung
- Rauе und rissige Haut
Schutzmaßnahmen/Verhaltensregeln:
- Schutzbrille tragen
- Ölbeständige Schutzhandschuhe tragen
- Landesspezifische Sicherheitsvorschriften beachten
Erste-Hilfe-Maßnahmen:
- Augenkontakt: Augen sofort mindestens 15 Minuten lang mit reichlich Wasser spülen; falls vorhanden, Augenspülflasche verwenden. Bei anhaltender Augenreizung einen Arzt aufsuchen.
- Hautkontakt: Sofort mit Seife und Wasser abwaschen. Bei anhaltender Reizung einen Arzt aufsuchen.
HINWEIS: Keine Lösungsmittel/Verdünnungen verwenden.
Sicherheitshinweise für Arbeiten an Fahrzeugen mit Motorautomatik-Start-Stopp-Funktion (MSA)
WARNUNG: Wird der Motorhaubenkontakt nach oben gezogen (Werkstattmodus), wird die Information „Schalter geschlossen“ ausgegeben. Die automatische Motor-Start-Stopp-Funktion ist aktiv.
Ein automatischer Motorstart ist möglich.
Sicherheitshinweise bei Arbeiten an MSA-Fahrzeugen beachten.
Vor Arbeiten am Motor immer sicherstellen, dass die MSA-Funktion deaktiviert ist, um einen automatischen Motorstart während der Arbeiten im Motorraum zu verhindern. Die MSA-Funktion wird deaktiviert durch:
- MSA deaktivieren mit Taste (1) im Fahrgastraum
- Gurtschloss öffnen und Fahrertür öffnen

Motorhaube öffnen und sicherstellen, dass sich der Motorhaubenkontakt nicht im Werkstattmodus befindet
- Werkstattmodus A = 10 mm
- Grundeinstellung (Motorhaube geöffnet) B = 7 mm
Um sicherzustellen, dass sich der Motorhaubenkontakt in der Grundeinstellung befindet, den Motorhaubenkontakt vor Arbeitsbeginn gegebenenfalls bis zur Endposition drücken und langsam loslassen.

Sicherheitshinweise zum Umgang mit Öl
WARNUNG: VERGIFTUNGSGEFAHR bei Verschlucken oder Aufnahme von Öl über die Haut! VERLETZUNGSGEFAHR bei Kontakt von Öl mit Augen und Haut!
Recycling: Die länderspezifischen Vorschriften zur Abfallentsorgung beachten.
Maßnahmen bei unbeabsichtigtem Austritt von Öl:
- Persönliche Schutzmaßnahmen: Rutschgefahr! Nicht beteiligte Personen vom Arbeitsbereich fernhalten. Persönliche Schutzkleidung/-ausrüstung tragen.
- Umweltschutzmaßnahmen: Verhindern, dass Öl in Abflussrinnen, Kanalisation, Gruben, Keller, Gewässer und Erdreich gelangt.
- Ausbreitung begrenzen: Ölsperren verwenden, um die flächige Ausbreitung von Öl zu verhindern.
- Reinigungsverfahren: Ausgetretenes Öl mit nicht brennbaren Bindemitteln aufnehmen und entsorgen.
HINWEIS: Öl nicht mit Wasser oder wässrigen Reinigungsmitteln abspülen.
INBETRIEBNAHME DES ICM-STEUERGERÄTS
HINWEIS: Die Inbetriebnahme des ICM-Steuergeräts muss durchgeführt werden:
- Nach dem Austausch oder dem Aus- und Einbau des ICM-Steuergeräts
Fahrzeug an das BMW-Diagnosesystem anschließen.
Inbetriebnahme des ICM-Steuergeräts unter Servicefunktionen auswählen und durchführen.
PRÜFBEDINGUNGEN FÜR DIE FAHRWERKS-/SPURPRÜFUNG
Vor der Fahrwerks-/Spurprüfung die folgenden Prüfbedingungen beachten:
1. Am Fahrzeug dürfen nur von BMW freigegebene Rad- und Reifenkombinationen montiert sein. 2. Korrekte Profiltiefe. Die Profiltiefe pro Achse darf sich links und rechts um höchstens 1–2 mm unterscheiden.
3. Korrekter Reifendruck (siehe Aufkleber am Fahrzeug).
4. Alle Fahrwerks- und Radaufhängungsteile müssen technisch einwandfrei sein.
5. Zustand der Radaufhängung und der Stoßdämpfer in Ordnung: Sichtprüfung auf Bruch usw.
6. Fahrzeuge mit Niveauregulierung: Sicherung des Luftversorgungssystems ziehen, damit keine Regelung nach oben oder unten erfolgt.
Testen Sie sich
Ein kurzes Quiz zum BMW X3: Zu jeder Antwort gibt es eine Erklärung und einen Link zur Handbuchseite.